Bielefeld (fhb). „Mit Sprache jonglieren - Poetry Slam an der FH Bielefeld“ lautet der Titel eines Seminars unter der Leitung von Professorin Yüksel Ekinci vom Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule (FH) Bielefeld, das in diesem Sommersemester stattfand. Die Seminarteilnehmer aus den Studiengängen Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit haben jetzt zum zweiten Mal einen Poetry Slam mit 17 „Poeten“ durchgeführt.
„Poetry Slam ist eine Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Sprache zu vermitteln“, erklärte Yüksel Ekinci bei ihrer Begrüßung im Theater des Fachbereichs Sozialwesen. Alle Plätze des Theaterraums waren besetzt, so dass rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörer die kurzweiligen Beiträge der Studierenden verfolgten. Die ein bis drei Minuten langen Vorträge waren vielfältig, wobei die Themen Vorurteile, Integration und Flüchtlingsarbeit den
Rahmen bildeten: So ging es unter anderem um den Stellenwert von Smartphones im Vergleich zur persönlichen Begegnung und Wertschätzung, die Erfahrung mit den eigenen Vorurteilen im Alltag, die Tabuisierung psychischer Erkrankungen, Konformitätsdruck oder ums Erwachsenwerden und den wehmütigen Rückblick in die eigene Kindheit.
Zwischen den Poetry Slams gab es auch Rap-Einlagen von Jugendlichen aus dem Jugendzentrum Stapelbrede, die jedoch nicht in die Bewertung eingeflossen sind. In dem Jugendzentrum arbeitet ein Absolvent des Fachbereichs in seinem Anerkennungsjahr, der im letzten Jahr an dem Seminar teilgenommen hat.
Thomas Neufeld aka „MC Thomas“ moderierte den Slam souverän. Organisiert wurde der Poetry Slam von den Studierenden Philipp Waag, Darius Keßler, Miriam Urner, Fehmi Ibrahim und Thomas Neufeld. Der Sieger des Dichterwettstreits wird klassischerweise am Beifall des Publikums gemessen.
Gewonnen hat Philipp Waag mit einem Beitrag, in dem man die Probe eines Schauspielers für eine ziemlich üble Szene miterlebt: Der Zuhörer fragt sich, in welcher Situation der fluchende Kerl wohl gerade steckt, bis es zur Auflösung kommt, dass es sich nur um eine Probe handelte.
Zweite wurde Miriam Urner, deren Text von der Tabuisierung psychischer Erkrankungen handelte. Auf dem dritten Platz landete Mareike Hüller, die ihre Erfahrungen zu Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen während einer Busfahrt beschrieben hatte.
Die Veranstaltung wird fortgeführt: Für den nächsten Poetry Slam wünschen sich die Studierenden des Organisationsteams noch mehr Teilnehmer aus anderen Fachbereichen.