13.10.2016

Neuer Professor für Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft

Prof. Dr. Claus Melter wurde an den Fachbereich Sozialwesen berufen.

Bielefeld (fhb). Prof. Dr. Claus Melter wurde zum 1. September als Professor für Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft an den Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule (FH) Bielefeld berufen. Sein besonderes Interesse gilt neben historischen Fragen zu Sozialer Arbeit im Kolonialismus und Nationalismus folgenden Fragen: Wie werden in der Praxis Soziale Arbeit, Grund- und Menschenrechte thematisiert und eingefordert? Und wie können diese in Kooperation mit den Adressatinnen und Adressaten sowie Selbstorganisationen - zum Beispiel von geflüchteten Personen oder Antidiskriminierungsstellen - konkret erreicht werden?

Nach seinem Zivildienst und einer Landwirtschaftsausbildung auf Bio-Höfen hat Melter an der Carl von Ossietzky-Universität in Oldenburg studiert und zu Rassismus-Erfahrungen in der Jugendhilfe promoviert. In der praktischen Arbeit der sozialpädagogischen Familienhilfe beschäftigte er sich mit der Einzelbegleitung und Beratung von Jungen und Männern, die ihre Gewalttätigkeit beenden wollen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war Melter von 2008 bis 2011 an der Universität Innsbruck tätig. Von 2011 bis 2016 übernahm er eine Professur an der Hochschule Esslingen mit den Schwerpunkten „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ sowie „Menschenrechtsorientierte Barriere-, Diskriminierungs- und Rassismuskritik“. Zudem wirkte er dort aktiv in kollegialen und studentischen Netzwerken mit und brachte die Sammelbände „Bildungsgerechtigkeit und Diskriminierungskritik. Historische und aktuelle Perspektiven auf Gesellschaft und Hochschule“ sowie „Kritisch ambitionierte Soziale Arbeit. Intersektionale praxeologische Perspektiven“ mit Kolleginnen und Kollegen sowie Studierenden heraus.

Seiner Professur an der FH Bielefeld sieht Melter positiv entgegen: „Ich freue mich in Bielefeld auf die gemeinsame Arbeit in Lehre, Forschung und Theorie-Entwicklung zu den Fragen, wie feministische, diskriminierungs-, barriere- und rassismuskritische Soziale Arbeit gerechtigkeitsorientiert analysiert und kritisch reflexiv, auch durch qualitative Studien fundiert, trotz und in zunehmender sozialer Ungleichheit und ökonomischen Zwängen aktiv gestaltet werden kann. Besonders schätze ich an der FH Bielefeld, dass seit vielen Jahren von den Kolleginnen und Kollegen sowie den Studierenden kritische Ansätze aus verschiedenen Differenzperspektiven zusammen gedacht und in vielen Projekten realisiert und begleitet werden.“