21.11.2016

Unterstützung für studierende Eltern

Gemeinsame Informationsveranstaltung der FH und Uni Bielefeld zum Studieren mit Kind.

Bielefeld (fhb). Nach einer aktuellen Umfrage vom Studierendenwerk haben fünf Prozent aller Studierenden in Deutschland ein oder mehrere Kinder. Welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt, welche finanziellen Möglichkeiten es gibt und was sonst noch zu beachten ist konnten die rund 30 Teilnehmenden jetzt bei einer zentralen Informationsveranstaltung in der Fachhochschule (FH) Bielefeld erfahren. Zu dieser hatten am 17. November Prof. Dr. Ulrike Settnik als Gleichstellungsbeauftragte der FH Bielefeld und der Uni-Familienservice der Universität Bielefeld eingeladen.

Ausgewählte Expertinnen und Experten informierten rund um das Studieren mit Kind. So führte Settnik die Vor- und Nachteile für ein Kind während des Studiums an. „Studierende mit Kind sind belastbar und können sich gut organisieren. Zudem erwerben sie Kompetenzen über das Fachliche hinaus und haben keine späteren Fehlzeiten im Beruf“, so Settnik. Zeitprobleme, eine finanzielle Belastung und ein erhöhter Konkurrenzdruck gegenüber den Mitstudierenden würden hingegen auf der Kehrseite der Medaille stehen.

Demnach sei es wichtig, als Hochschule Unterstützung durch Betreuung, Beratung, Räume und die Studienorganisation zu leisten, um Studierende mit Kind zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu führen. „Ohne eine Kinderbetreuung ist das Studium nicht vorstellbar“, meinte Settnik. Studierende der FH finden in der Betriebskita EffHa eine Anlaufstelle für ihren Nachwuchs. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten gibt es eine Randbetreuung bis in die Abendstunden sowie am Wochenende. Das Studierendenwerk Bielefeld bietet mit der „Kita an der Voltmannsstraße“, der „Uni-Kita“ und dem „Kinderzimmer“ weitere Betreuungsplätze für Kinder von FH- und Uni-Studierenden. „Wir schaffen einen zweiten Lebensbereich für die Kinder“, erklärte Barbara Budde-Brand von der Uni-Kita. Sie informierte über die Einrichtung und das Konzept der Vielseitigkeit, das mit Kindern aus verschiedenen Weltregionen zum Tragen komme.

Beratung zur Vereinbarkeit von Studium und Familie sei ein weiterer wichtiger Pfeiler der Unterstützung. Julia Berges vom Familienservice der Uni Bielefeld stellte diese Anlauf- und Beratungsstelle vor. Sophia Lehmann von der Zentralen Studienberatung am Campus Minden der FH ergänzte: „Falls sie Fragen haben sollten, können sie sich gerne mit studienbezogenen Anliegen sowie Dingen aus dem privaten Bereich an uns wenden.“

Ebenso wichtig seien die Räumlichkeiten. Im FH-Hauptgebäude gibt es mit einem Eltern-Kind-Raum sowie einem Wickelraum Anlaufstellen für Studierende mit Kind, an der Uni mit Still-, Wickel- und Ruheräumen weitere. „Bereits seit 2006 ist die Uni Bielefeld als familienfreundliche Hochschule zertifiziert“, berichtete Jörg Vos als Leiter des Studierendensekretariats der Uni Bielefeld. Er berichtete über die Arbeit des Studierendensekretariats und ging mit Themen wie Elternstatus, Beurlaubung und Prüfungsleistungen auf die Studienorganisation ein.

Marc Schwedler vom Amt für Ausbildungsförderung des Studierendenwerks Bielefeld referierte über BAföG für Studierende mit Kind bis zu 10 Jahren. An einem Beispiel zeigte er, wie sich die Höhe des Betrages aus der Wohnsituation, dem eigenen Einkommen und Vermögen, Versicherungen sowie dem Einkommen vom Ehegatten, Lebenspartner oder den Eltern berechnet. Demnach stehe Antragstellern, die nicht bei den Eltern wohnen, ein deutlich höherer „Bedarf für Unterkunft“ zu.

Informationen zu Leistungen nach dem Strafgesetzbuch hatte Birte Heiermann vom jobcenter Arbeitplus Bielefeld im Gepäck: „Eine Erstausstattung für Bekleidung kann beantragt werden bei Schwangerschaft und Geburt.“ Zudem sehe das Gesetz Mehrbedarfe für Schwangerschaft, Alleinerziehung, kostenaufwändige Ernährung und unabweisbare Bedarfe vor. Darüber hinaus wies sie auf Leistungen für Kinder zur Bildung und Teilhabe hin und informierte über Urlaubssemester.