Berlin/Bielefeld. Das Konzept hat die Jury überzeugt: Die FH Bielefeld ist mit einem Vorschlag zur Verbesserung des dualen Studiums in ein Qualitätsnetzwerk aufgenommen worden. Als eine von zehn Hochschulen gehört sie nun dem Netzwerk "Duales Studium" des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft an. Diese zehn arbeiten gemeinsam an Empfehlungen, die das duale Studium weiterentwickeln und die Verbindung zwischen beruflicher und akademischer Bildung verbessern sollen. Für die Durchführung ihrer Vorhaben erhält jede Hochschule 30.000 Euro. Als Ziel des Qualitätsnetzwerks soll ein praxisorientiertes Handbuch entstehen, das der Stifterverband im Frühjahr 2015 vorstellen wird. Den Konzept-Antrag der FH Bielefeld hatten die Fachvertreter des dualen Studiengangs "Gesundheits- und Krankenpflege", Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck und Prof. Dr. Matthias Mertin, sowie der Vizepräsident für Studium und Lehre, Prof. Dr. Andreas Beaugrand, eingereicht.
Durch die Mischung aus Studium und praktischer Ausbildung hat sich das duale Studium in Deutschland etabliert. Um es weiter zu fördern und zu festigen, haben sich mehr als 60 Fachhochschulen, Universitäten, duale Hochschulen und Berufsakademien beim Stifterverband mit unterschiedlichen Themenvorschlägen zur Verbesserung des dualen Studiums beworben. Auf der Agenda des neuen Netzwerks stehen Themen wie die Internationalisierung des Studiengangs, die bessere Zusammenarbeit der beteiligten Lernorte und die Verbesserung der Studienqualität.
Die Fachhochschule Bielefeld möchte das Thema "Methodengeleitete Explikation von Wissen aus beruflichen Situationen" für das Handbuch angehen. Als zentrale Fragestellung werden abgestimmte Lehrinhalte zwischen den beiden Lernorten Hochschule und Unternehmen analysiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, den reibungslosen Praxis-Theorie-Praxis-Austausch im Studium zu verbessern, indem das Wissen aus beruflichen Situationen nach bestimmten Methoden herausgearbeitet, reflektiert und weiterentwickelt wird. Dazu wird eine Online-Befragung von Lehrenden zu ihren Erfahrungen mit Definitionen beruflichen Wissens von dualen Studiengängen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen dann durch einen Expertenworkshop überprüft und vertieft werden.
Aktuell bietet die FH Bielefeld fünf praxisintegrierte Bachelorstudiengänge und seit 2010 einen dualen Bachelorstudiengang "Gesundheits- und Krankenpflege" an. Dieser Studiengang ist einer von fünf in Nordrhein-Westfalen genehmigten Modellstudiengängen zur Akademisierung der Pflegeberufe. "Wir freuen uns sehr, dass unser Antrag vom Stifterverband ausgewählt wurde und wir nun ab September das für uns wichtige Thema einbringen und bearbeiten können", sagt Professorin Änne-Dörte Latteck, Studiengangsleiterin des dualen Studiengangs "Gesundheits- und Krankenpflege" an der FH Bielefeld.
"Das duale Studium ist ein Erfolgsmodell, das durch das rasante Wachstum viele neue Herausforderungen zu bewältigen hat, um seine Qualität und Attraktivität zu sichern", sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stiftverbandes. Das Qualitätsnetzwerk "Duales Studium" ist Teil der Bildungsinitiative des Stifterverbandes, die der Debatte um eine bessere Bildung in Deutschland mehr Richtung geben will.