Beim Schnuppertag an der FH Bielefeld konnten Schülerinnen und Schüler vom Folkloretanz bis zur Spaghetti-Brücke einiges erleben.
Bielefeld (fhb). Folkloretänze in der Vorlesung, Insider-Informationen zur Europäischen Zentralbank und Brückenkonstruktionen aus Spaghetti und Gummibärchen. Beim Schnuppertag an der Fachhochschule (FH) Bielefeld konnten rund 30 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe einiges erleben. Die Professoren Dr. Joachim Bahndorf, Peter Ausländer und Dr. Rainer Lenz präsentierten am Freitag, 3. Februar 2012, in Kurz-Vorlesungen die Studiengänge Architektur, Pädagogik der Kindheit und Betriebswirtschaftslehre.
Dass Wissenschaft praktisch, spannend und zum Staunen sein kann, zeigt Professor Bahndorf. Am Beispiel einer Spaghetti demonstrierte er den Schülerinnen und Schülern, wie leichte und ungewöhnliche Bauten entstehen können. Die beiden Enden der schnurartigen Nudel drückte Professor Bahndorf zusammen. Doch die Spaghetti brach nicht, sondern bog sich in alle Richtungen. Solch ein leichtes, flexibles und doch stabiles Material wäre für Brückenkonstruktionen optimal.
Die Vorlesung von Professor Ausländer riss die Schülerinnen und Schüler im wahrsten Sinne des Wortes von den Hockern, denn sie lernten einen komplizierten Folkloretanz: den Grand Square. Dabei achteten sie nicht auf Schritte und Zählzeiten, sondern beobachteten, wie sich ihr Gegenüber bewegte. Der Spaß hatte einen tieferen Sinn, denn auch im Studium am Fachbereich Sozialwesen sammeln die Studierenden ein Repertoire an Tänzen und Liedern aus unterschiedlichen Kulturen. Wer den Studienschwerpunkt musikalische Bildung wählt, baut zudem Instrumente, lernt Trommeln und spielt Gitarre. Die Verbindung von Pädagogik und Musik findet Ann-Kathrin Mense (18 Jahre) vom Gymnasium Harsewinkel toll: "Bei meinem Praktikum im Kindergarten haben wir viel mit den Kleinen musiziert. Das hat allen Spaß gemacht."
Neben Kreativität und sozialer Kompetenz sei für Studierende der Pädagogik der Kindheit vor allem Geduld wichtig. "Die Annahme, dass Pädagogen Kindern ständig etwas beibringen, stimmt nicht. Kinder können schon so viel, dass wir häufig nur abwarten müssen, bis deren Neugierde geweckt ist", sagt Professor Ausländer. Für ein Studium am Fachbereich Sozialwesen interessiert sich auch Nina Schulz (20 Jahre). Sie hat vergangenes Jahr ihr Abitur gemacht und arbeitet jetzt im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Grundschule. "Vom Studium Soziale Arbeit erhoffe ich mir, dass ich später Leitungsfunktionen übernehmen kann."
Wie ein Wirtschaftsspion konnten sich die Schülerinnen und Schüler in der Vorlesung von Professor Lenz fühlen. Der gab ihnen den Insider-Tipp, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinsen senkt. Auf Grundlage dieser Information wurden Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzwesen diskutiert und Möglichkeiten für Gewinne berechnet. "Mathe ist genau mein Ding", sagt Rekan Mustafa (19 Jahre). Der Schüler des Carl-Severing-Berufskollegs möchte Wirtschaft studieren. Zum Schnuppertag ist er gekommen, weil er noch nicht weiß, ob er sich an der Universität oder an der Fachhochschule bewerben soll.
Der Schnuppertag der FH Bielefeld findet im Rahmen der "Wochen der Studienorientierung" statt. Das Projekt wurde vom Wissenschaftsministerium in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen.
Bei Fragen zu Bewerbung und Zulassung: FH Bielefeld Studierendensekretariat Kurt-Schumacher-Straße 6, Gebäude D 33615 Bielefeld Telefon +49.521.106-7707/-7712/-7716/-7746 studsek@fh-bielefeld.de Öffnungszeiten unter www.fh-bielefeld.de/studium/studsek