13.11.2003

Studieren mit Praxisbezug: Kooperation Miele und FH Bielefeld

Studierende des Fachbereichs Wirtschaft erarbeiten in einer praxisorientierten Projektarbeit ihre Ideen und Vorschläge für den optimierten Warenfluss bei Miele.

Schon bei Baubeginn des Kommissionierlagers im Jahr 2000 stand für das Unternehmen Miele fest, dass dieses im späteren Verlauf erweitert werden sollte. 2003 wurde diese Planung schließlich in die Tat umgesetzt. Bevor aber Schritte zur Realisierung vorangetrieben wurden, gab Miele Studierenden der Fachhochschule (FH) Bielefeld, Fachbereich Wirtschaft, die Gelegenheit, in einer praxisorientierten Projektarbeit ihre Ideen und Vorschläge für die Erweiterung zu entwickeln. Sechs Wochen hatten die insgesamt fünf Gruppen mit jeweils sechs Studierenden Zeit, ihre Vorschläge zu konzipieren und diese in einer abschließenden Präsentation zu erläutern. "Durch die Studentengruppen wurden sehr gute Vorschläge erarbeitet, die zum Teil in die Realisierung des Projektes eingeflossen sind", zeigt sich Hauke Belz, Leiter Logistikplanung, erfreut.

Die Aufgabenstellung lautete, die Erweiterung des Kommissionierlagers um 7.000 Quadratmeter und insgesamt elf Laderampen logistisch zu planen. Die Studierenden sollten in der Gruppe Vorschläge zur optimalen Ausnutzung der Flächen und Gestaltung der Warenflüsse erstellen. Grundvoraussetzung dabei: Das bereits vorhandene 9.000 Quadratmeter große Gebäude musste sinnvoll in die Planung einbezogen werden. Als Arbeitsmaterial erhielten sie eine Beschreibung der aktuellen Logistikprozesse, eine technische Zeichnung und ein Datengerüst für die Lagerbelegung.

Die Aufgabenstellung erforderte eine Konzeption des Gesamtlayouts für das bestehende Gebäude und die neue Halle. Für jede Artikelgruppe sollte ein optimaler Standort gefunden werden, des weiteren war eine Wareneingangs-, -ausgangs- und Packzone zu planen. Die Gesamtplanung sollte unter Berücksichtigung kurzer Transportwege, geringer Transportbewegungen, hoher Flächennutzung und übersichtlicher Lagerstruktur erstellt werden.

Durch die eigenständige Arbeit konnten die Studierenden die theoretisch gelernten Inhalte über Logistikplanung und -steuerung in die Tat umsetzen. Der Praxisbezug einer derartigen Projektarbeit stellt eine Erfahrung für den späteren Berufsweg dar, der durch reine Theoriekenntnisse nicht erreicht werden kann. "Die Qualität der Vorschläge hat uns positiv überrascht. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass sich die Studenten intensiv mit der Aufgabe befasst hatten", beschreibt Thomas Meyer, Leiter der Kaufmännischen Ausbildung bei Miele in Gütersloh, die Projektarbeit.

Derartige Kooperationen zwischen Miele und der Fachhochschule sind von unschätzbarem Wert für die Studentinnen und Studenten. "Die praxisbezogene Zusammenarbeit ist für die FH Bielefeld wichtig und hat eine hohe Bedeutung", betont Dr. Thomas Plümer, Professor am Fachbereich Wirtschaft, und ergänzt: "Dies lässt sich auch an den deutlich gestiegenen Anmeldezahlen für die praxisorientierten Seminare ablesen. Zudem bieten derartige Kontakte zur Industrie für die angehenden Fachhochschulabsolventen auch die Möglichkeit, Themen für Diplomarbeiten zu finden bzw. ausbauen zu können."