27.08.2013

Studierende als Fachkraft einstellen

Die FH Bielefeld bietet Unternehmen neue Jobbörse für Studierende mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Viele Studierende haben bereits eine Berufsausbildung hinter sich, wenn sie ein Studium beginnen. An der Fachhochschule Bielefeld ist es in der Lehreinheit Wirtschaft und im berufsbegleitenden Verbundstudium etwa jeder zweite. Um sich ihr Studium zu finanzieren, müssen die meisten Studentinnen und Studenten jobben.  Da macht es Sinn, einer qualifizierten Tätigkeit im erlernten Beruf, zum Beispiel als Industrie- oder Groß- und Außenhandelskauffrau der -kaufmann, nachzugehen anstatt Pizza auszufahren oder zu kellnern. So können die Studierenden weitere Berufserfahrung sammeln und werden meist besser bezahlt als in einem Aushilfsjob.

Die Fachhochschule Bielefeld hat nun für den Fachbereich Wirtschaft eine Stellenbörse eingerichtet, die speziell diese gut ausgebildeten Studierenden mit Unternehmen zusammenbringen soll. Zunächst wird die Börse für die Lehreinheit Wirtschaft aufgebaut, an der überwiegend Personen mit kaufmännischen Ausbildungen studieren. Diese Jobbörse ergänzt die vorhandene Stellenbörse der FH Bielefeld, in der Stellenangebote und Jobs für alle Fachgebiete gesammelt werden.

Unternehmen können ihre Stellenangebote in die neue Jobbörse ab sofort eingeben:

www.fh-bielefeld.de/jobben-mit-berufserfahrung/Stellenangebote 

Ermöglicht hat diese Maßnahme das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt "Entwicklung von Maßnahmen für beruflich Qualifizierte", kurz EMbeQ, unter der Leitung von Professor Dr. Axel Benning und Professor Dr. Heiko Burchert. Kooperationspartner sind die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, die IHK Lippe zu Detmold, die Ärztekammer und Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, die Bezirksregierung Detmold sowie die MAN Truck & Bus AG München und die  JOWAT AG Detmold.

Eine Befragung unter gut 350 Studierenden der Lehreinheit Wirtschaft zeigte, dass sich 86 Prozent eine qualifizierte Tätigkeit neben dem Studium wünschen. Die Hälfte der Befragten würde in der Vorlesungszeit am liebsten sechs bis zehn Stunden pro Woche arbeiten, in der vorlesungsfreien Zeit dürfen es auch bis zu 40 Stunden wöchentlich sein.  "Möglicherweise ergibt sich so aus einem Studentenjob später ein reguläres Arbeitsverhältnis. Wir sehen darin auch eine Möglichkeit, den Fachkräftemangel zu lindern, da eine Bindung an das Unternehmen und somit auch an die Region entstehen kann", sagt Projektleiter Benning. Ein weiterer Vorteil: "Die Studierenden sind wegen ihrer Vorkenntnisse schnell für qualifizierte Aufgaben einsetzbar und können neue Ideen ins Unternehmen bringen", so sein Kollege Heiko Burchert. Die Fachhochschule hofft, dass möglichst viele Stellenangebote in die Datenbank einfließen.