12.10.2011

Studierendenkongress zur zukünftigen Energieversorgung

Mit Fragen der zukünftigen Energieversorgung beschäftigte sich der Studierendenkongress am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik.

Bielefeld (fhb). Wie entwickelt sich zukünftig die Energieversorgung? Muss Energie rationiert werden oder bekommen wir die Energieprobleme in den Griff? Welche Rolle werden erneuerbare Energien spielen und wie begegnen wir dem Klimawandel? Mit diesen Zukunftsfragen beschäftigten sich Studierende, Professorinnen und Professoren sowie Unternehmensvertreterinnen und -vertreter beim Studierendenkongress „Zukünftige Energieversorgung“ am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH Bielefeld.

Der Kongress wurde von zehn Studierenden des Studiengangs Regenerative Energien am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik organisiert. Unterstützung erhielten sie von Professorin Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, die die Studierenden dazu animierte, mit einem eigenen Projekt zur dritten Bielefelder Klimawoche beizutragen. Die Bielefelder Klimawoche ist eine Veranstaltung der Klima- und Umweltschutz-AG der Friedrich-von-Bodelschwingh Schulen.

80 Personen kamen zusammen, um sich mit dem schwierigen Thema der zukünftigen Energieversorgung zu beschäftigen; darunter Studierende, Professorinnen und Professoren aus ganz Deutschland. Zwölf Referentinnen und Referenten widmeten sich in Vorträgen, Workshops und Diskussionen dem Energiethema. Zudem standen Vertreter der Sponsoren Schüco International KG, Stadtwerke Bielefeld, Goldbeck und Phoenix Contact sowie der Kongresspartner VDI OWL e.V. für Gespräche mit den Studierenden bereit. Vor Ort waren auch Dr. Mariusz Szewczyk aus Rzeszów (Polen) sowie Professor Emilio Martin Lanuza aus Estelí (Nicaragua) und sein Student Francisco José López Cano. Neben Vorträgen und Diskussionen zu Themen wie „Ist die Energiewende finanzierbar“, „Gesellschaftliche Akzeptanz erneuerbarer Energien“ oder „Fukushima: Die Katastrophe hat gerade begonnen“ stand auch eine Exkursion zum Klimapark Rietberg auf dem Plan. André Kuper, Bürgermeister der Stadt Rietberg, hielt einen Vortrag zum Einsatz erneuerbarer Energien in seiner Kommune.

Die Vorteile eines solchen Zusammentreffens liegen für Johannes Hendrik Moser vom Organisationsteam auf der Hand: „Die Studierenden können sich untereinander vernetzen, Erfahrungen austauschen und visionäre Ideen entwickeln. Zudem erhalten sie die Möglichkeit, schon während des Studiums Kontakte zu Unternehmen aufzubauen. Das ist wichtig, da sie sonst nicht erfahren, was in der Praxis läuft.“ Vor allem im Wirtschaftsbereich seien Studierendenkongresse längst Tradition. Der Studierendenkongress mit Schwerpunkt Energie ist bisher in Deutschland der erste seiner Art. Die FH Bielefeld, die 1997 als eine der ersten Hochschulen den Studiengang „Regenerative Energien“ einführte, nimmt hier eine Vorreiterrolle ein.

Die Pionierarbeit stellte laut Johannes Hendrik Moser für das Organisationsteam eine Herausforderung dar: „Wir konnten auf keine Erfahrungen zurückgreifen. So gab es beispielsweise keine Kontaktlisten. Wir haben über Facebook und Studi-VZ Kontakt zu Ingenieurstudierenden aufgebaut und alle Hochschulen mit technischen Studiengängen angeschrieben. Zudem wurde der bundesweite Verteiler des VDI sowie der Alumni-Verteiler der FH Bielefeld verwendet.“ Auf eine stressige Zeit blickt auch Jens Schaller zurück, der ebenfalls bei der Organisation des Studierendenkongresses half: „In der Woche vor dem Kongress mussten wir Klausuren schreiben und plötzlich kamen noch fast 20 Anmeldungen hinzu. Da war Teamwork gefragt. Mit der Hilfe von Professorin Schwenzfeier-Hellkamp, die uns sehr stark unterstützt hat, haben wir dann aber doch noch alles geschafft und am Ende ist der Kongress nahezu perfekt gelaufen.“

Das persönliche Highlight von Jens Schaller war der Vortrag des Schweizers Louis Palmer, der 2007 mit einem Solar-Auto die Welt umrundete und jede Menge spannende Geschichten von der Reise mitbrachte. „In Mexiko ist er beispielsweise mitten in einen Bandenkrieg geraten und in Saudi-Arabien wurde er die ganze Zeit von Polizeiautos begleitet.“

Der Studierendenkongress ist Teil des Energiekongresses der FH Bielefeld. Eine weitere Veranstaltung des Energiekongresses ist die Energiewoche, die sich noch bis zum Freitag, 14. Oktober, mit erneuerbaren Energien befasst. Neben Johannes Hendrik Moser und Jens Schaller waren die Studierenden Tobias Gero Wölm, Max Göbel, Nadja Gudi, Lasse Tigges, Christoph Nadermann, Arne Ellerbrock, Sören Lehmann und Sebastian Fechner im Organisationsteam aktiv.