Girls‘Day am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik.
Bielefeld (fhb). Ein seltenes Bild bot sich heute am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule (FH) Bielefeld. Denn wo sonst mit mehr als 80 Prozent Studierendenanteil Männerüberschuss herrscht, füllten heute Mädchen die Gänge und Labore. Grund war der Girls'Day, den rund 90 Schülerinnen der Klassen fünf bis zehn nutzen, um die technischen und ingenieurwissenschaftlichen Studienrichtungen kennenzulernen.
Über die große Nachfrage freute sich Professorin Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp. Mit einem "Guten Morgen meine Damen" begrüßte sie die Mädchen. "Das wollte ich schon immer mal sagen." Auf dem Plan standen vier Laborbesuche. "In Experimenten können die Schülerinnen selbst aktiv werden und uns Löcher in den Bauch fragen", erklärte Professorin Schwenzfeier-Hellkamp.
So erzeugten die Nachwuchswissenschaftlerinnen Strom - ganz klassisch mithilfe von Solarzellen und unkonventionell mit Sonnenlicht und Früchtetee. Außerdem stellten sie aus Plastikfolien Masken her und entwarfen am Computer dreidimensionale Objekte, die sie mit einer speziellen Maus im virtuellen Raum frei bewegen konnten. "Wir wollen, dass die Mädchen die Angst vor der Technik verlieren, denn Technik macht Spaß, Technik ist nichts Schlimmes", sagte Maria Fangerow, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Labor für Kunststoffverarbeitung.
Tatsächlich kamen die Versuche bei den Schülerinnen gut an. "Die großen Maschinen, an denen wir Kunststoff-Masken hergestellt haben, fand ich einfach klasse", sagte die 14-jährige Kha My Le vom Gymnasium am Waldhof. Ihr neues Wissen wolle sie vor allem im Physikunterricht einsetzen. Das Labor für Regenerative Energien hat Kira Schröter von der Kuhlo-Realschule beeindruckt: "Mit Kittel und Handschuhen konnten wir uns mal fühlen wie ein Professor."
Mit einem eigenen Projekt beteiligte sich auch das Ressort Hochschulkommunikation am Girls'Day. Vier Schülerinnen konnten in den Alltag einer Pressereferentin hinein schnuppern. Am Schluss der Veranstaltung wurden sie selbst aktiv und interviewten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Mädchentags.
Vom Girls'Day profitierten neben den Schülerinnen übrigens auch die Studierenden der FH Bielefeld, wie Daniel Werner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor für Regenerative Energien, zu berichten wusste: "Die Studierenden helfen beim Versuchsaufbau und erklären den Schülerinnen die Abläufe. So können sie viele praktische Erfahrungen sammeln."