04.12.2012

Über die Bedeutung der jüdischen Kultur für die Entwicklung der Fotografie

32. Bielefelder Fotosymposium im Felix Nussbaum Haus in Osnabrück.

Osnabrück. Zum 32. Bielefelder Fotosymposium, ausgerichtet vom Forschungsschwerpunkt Fotografie und Medien der Fachhochschule Bielefeld, trafen sich am 29. und 30. November Wissenschaftler und Fotografen aus den USA, Kanada, Israel, England und Deutschland, um über das Thema 'The Jewish Engagement with Photography' zu referieren. Die international ausgerichtete Konferenz fand in den Räumen des Felix-Nussbaum-Hauses Osnabrück statt, einem Ort, der an das Schicksal des in Auschwitz ermordeten Künstlers Felix Nussbaum erinnert. Ziel war es, die lang übersehene Bedeutung der jüdischen Kultur für die Entwicklung der Fotografie herauszuarbeiten.

Denn das jüdische Engagement für die Fotografie hat sich in zahlreichen fotografischen Positionen und theoretischen Reflexionen einflussreich bemerkbar gemacht. Nicht allein aus historischem Interesse, sondern vor allem, um Erkenntnisse für aktuelle Ausrichtungen der Fotografie zu gewinnen, hob die Tagung jene Impulse aus der jüdischen Tradition hervor, die sich auch für den Bilddiskurs der Gegenwart als besonders produktiv erweisen können. Dazu gehörten unter anderem die Existenz in der Diaspora als kulturelles Paradigma für Akkulturation in einer zunehmend global ausgerichteten Kultur und die Bedeutung bildmagischer Potenziale bei der Ausrichtung auf ein reflexiv ausgerichtetes Weltverständnis.

Die Frage, wie sich die an der Schrift ausgerichtete jüdische Kultur mit der fotografischen Bildproduktion verbinden lässt, stand dabei im Fokus. Vorbereitet wurde die Fragestellung in einer Kooperation des Forschungsschwerpunkts Fotografie und Medien der Fachhochschule Bielefeld und dem Department of Hebrew and Jewish Studies des University College London. Aus unterschiedlichen Perspektiven wurden von Referenten aus dem In- und Ausland historische, kulturelle und theologische Aspekte zur Diskussion gestellt.

Bildwissenschaftliche, theologische, psychologische und philosophische Deutungsansätze verfolgten das Ziel, einerseits den Denkraum für dieses ebenso künstlerisch genutzte wie alltäglich verwendete Medium zu erweitern und andererseits neue Impulse für dessen schöpferische Ausrichtung zu geben.

Drei fotografische Positionen von Fotografinnen mit unterschiedlichem Hintergrund einer jüdischen Identität konnten einsichtig machen, dass die Impulse aus der jüdischen Tradition in gewandelter Form weiterexistieren und Teil der Moderne, Postmoderne und der Gegenwart sind.

Mehr über das 32. Fotosymposium auf der Website des
Fachbereichs Gestaltung der FH Bielefeld.

Einen weiteren Bericht finden Sie hier

Zur Website Fotosymposium

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Text: Prof. Dr. Martin Deppner