Nachdem schon die Auftaktveranstaltung zum Thema 'Forschendes Lernen in der Lehrerbildung' im Oktober 2013 gut besucht war, konnte die veranstaltende Lehreinheit Pflege und Gesundheit für den zweiten Baustein dieser Qualifizierungsmaßnahme am 31. Januar noch mehr Interessierte begrüßen. Prof. Dr. Ulrike Weyland, Dipl.-Päd. Karin Böhmker, Dipl.-Päd. Martha Jopt und Danica Klama hatten die Veranstaltung organisiert.
Mentorinnen und Mentoren kooperierender Schulen im Gesundheitswesen waren der Einladung gefolgt. Sie unterstützen Studierende im Rahmen ihrer Praktika bei der Entwicklung, Durchführung und Evaluation kleiner Forschungsprojekte im unterrichtlichen und schulischen Kontext und werden zu diesem Zwecke geschult. 'Forschendes Lernen' im Studium der Lehrerbildung ist für die Fachleute insbesondere die theoriegeleitete Erforschung der beruflichen Praxis von Lehrkräften. Dabei erfolgt eine Verknüpfung von Praxis- und Forschungsorientierung mit Blick auf das spätere berufliche Handlungsfeld.
Der erste Qualifizierungsbaustein im letzten Jahr war darauf ausgerichtet, die in der Lehreinheit neu akkreditierten Studiengänge mit ihren veränderten Studiengangskonzepten - hier insbesondere die Praxisphasen - mit dem hochschuldidaktischen Ansatz des 'Forschenden Lernens' vorzustellen. Dieses Mal standen die Themen 'Unterrichtsbeobachtung als Aufgabe zur Förderung professioneller Unterrichtswahrnehmung' und die 'Portfolioarbeit' im Zentrum.
Prof. Dr. Ulrike Weyland hielt eingangs einen Vortrag zum Themenkomplex Unterrichtsbeobachtung, wobei sie zunächst wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Bedeutung, Kennzeichen und Entwicklung professioneller Unterrichtswahrnehmung hervorhob. "Die Fähigkeit, Unterricht professionell wahrnehmen zu können, ist ein wesentlicher Bestandteil von Lehrerexpertise. Im Studium müssen hierzu bereits früh die notwendigen Grundlagen vermittelt werden", meinte Weyland. Sie ist als Professorin der Lehreinheit zuständig für das Lehrgebiet Pädagogik, insbesondere Berufspädagogik für Gesundheitsberufe und Pädagogische Psychologie.
Studierende sollten sich der Notwendigkeit und Entwicklung dieser Fähigkeiten früh bewusst werden, so Weyland weiter. Um diesen Prozess zu unterstützen, werde daher in den Praxisphasen unterstützend mit dem Instrument Portfolio gearbeitet, eine Art Dokumentenmappe, die eine zielgerichtete Sammlung bisheriger Lernergebnisse und Arbeiten der Studierenden darstellt.
Damit sich die Mentorinnen und Mentoren über den Einsatz und die Zielsetzung von Portfolio im Studium ein konkretes Bild machen können, referierte Dorothee Spürk in einem weiteren, gemeinsam mit Prof. Dr. Weyland konzipierten Vortrag über das besondere Format eines Entwicklungsportfolios, das insbesondere den eigenen Lern- und Entwicklungsprozess der Studierenden aufgreift. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin wurde Spürk eigens für die Entwicklung und Implementierung der Portfolioarbeit eingestellt. Als flankierende Maßnahme bietet sie zusätzlich Beratungen für Studierende an. Das Instrument Portfolio ist derweil in allen Studiengängen der Lehreinheit curricular eingebunden.
Der dritte von insgesamt vier Bausteinen ist für den 21. März terminiert und wird das Thema 'Professionelle Unterrichtswahrnehmung" vertiefend aufgreifen. Im Vordergrund wird die Analyse videogestützter Unterrichtsauschnitte stehen.
Text: Lehreinheit Pflege und Gesundheit