Das "Theater 4" unter Leitung von Professorin Dr. Ingrid Hentschel führte mit großen Enthusiasmus und Erfolg das von Studierenden recherchierte und zum Teil selbst verfasste Stück "Joy und John in Löhne" zu den Höhen und auch Tiefen unserer Spaßgesellschaft im Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule (FH) Bielefeld auf. Schwerpunkt: die eigene Jugendkultur. Zwischen Abhängen, leerer Romantik und Konsumrausch bis hin zum brutalen Verhalten mit Gewalt und Sexualität reichte der Blick der Studierenden in diesem Stück, gewürzt mit Ironie und Publikumsbeschimpfung frei nach Peter Handke als Spiegel ins Publikum. Im besten Sinne sinnliche Lehrforschung in die Theaterarbeit übersetzt. Zwei weitere Aufführungen folgen: Mittwoch, 20. Juni um 12:00 Uhr und am Dienstag, 3. Juli um 18:00 Uhr, Fachbereich Sozialwesen, Gebäude C, Raum 136, Kurt-Schumacher-Straße 6 in Bielefeld.
Theaterarbeit als Erkundung, Erforschung und Auseinandersetzung mit Phänomenen der Gegenwart hat im Rahmen der Studiengänge am Fachbereich Sozialwesen einen festen Platz und ist auch in den neuen Bachelor-Studienangeboten, die im Herbst starten, verankert. Theaterspielen heißt nicht vorderhand verborgene Talente aufzuspüren, sondern ungewöhnliche Erfahrungen und Perspektiven des Handelns zu erproben, den Mut zu finden eigene Grenzen zu überwinden, mit Körper, Stimme, Raum und Bewegung zu experimentieren und die Ergebnisse der eigenen Arbeit öffentlich zu kommunizieren in Form von Aufführungen. Theaterspielen entwickelt Fach- und Schlüsselkompetenzen, die unverzichtbar sind in den Berufsfeldern der Sozialen Arbeit.
Die Theaterarbeit auf der Basis von Improvisationen und forschenden Erkundungen in unser Gegenwart mittels Spiel und Phantasie hat am Fachbereich Sozialwesen mittlerweile Tradition. Im Herbst wir eine umfängliche Ausstellung die Theaterpädagogische Praxis am Fachbereich dokumentieren. In sieben Jahren sind unter der Leitung von Professorin Dr. Ingrid Hentschel bisher 10 Theateraufführungen und sieben Veranstaltungen unter dem Motto "Kulturwissenschaft praktisch" entstanden. Studierende, die nicht gleich Theaterspielen wollen, können beispielsweise am Projekt "Erzählen heute" partizipieren, in dem die Bedeutung des Erzählens in verschiedenen Kontexten vom Alltag über die Therapie bis zum künstlerischen Erzählen untersucht, praktisch erprobt und dargestellt wird.