16.07.2003

Woche der Wissenschaft : Think Global - Ausländische Studierende an der FH Bielefeld

Buddy-System und Praxisprojekte sind entscheidende Pluspunkte.

Warum entscheiden sich ausländische Studierende für ein Studiensemester an der Fachhochschule (FH) Bielefeld? Wie bewerten sie am Ende ihres Aufenthalts die Stadt Bielefeld und ihr Studium an der Fachhochschule? Zu einem Erfahrungsaustausch unter dem Titel "Think Global - Internationales Management in Studium und Praxis" trafen sich im Rahmen der Hochschulwoche Studentinnen und Studenten aus den Niederlanden, Polen, Russland und Norwegen jetzt mit Vertretern der FH Bielefeld und geladenen Gästen. "Wir wollen herausfinden, welche Erfahrungen Sie während Ihres Semesters an der FH Bielefeld gemacht haben und wie wir noch besser voneinander profitieren können", begrüßte Professor Dr. Detlef Deßaules, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft, die ausländischen Studierenden und deutsche Tutoren.

Katarzyna Wojtys, Anna Kotula und Monika Zelichowska, die an der University of Economics in Krakau, Polen, studieren, haben sich im Internet informiert, was Bielefeld und die Fachhochschule zu bieten haben. Als einen sehr wichtigen Grund sich für die FH Bielefeld zu entscheiden, nannten sie das Buddy-System. Deutsche Studierende kümmern sich in den ersten Wochen um die ausländischen Studierenden, um Ihnen das Einleben zu erleichtern. "Ich hatte schon bevor ich nach Bielefeld kam, e-mail-Kontakt zu meinem Buddy. Ich wurde am Bahnhof abgeholt und auch in den folgenden Wochen hat diese Hilfe sehr viel Zeit gespart", so Anna Kotula. Als weiteren Pluspunkt nannten alle Austauschstudentinnen und -studenten die am Fachbereich Wirtschaft angebotene Orientierungswoche sowie den Deutsch-Kurs für ausländische Studierende. Im Deutsch-Kurs lerne man die Hemmungen zu überwinden, sich in der fremden Sprache auszudrücken. Das bestätigte auch Amirkhan Idrisov, der an der International Business School in Moskau studiert. Fleur van Vliet, die International Business and Languages an der Hoogeschool Rotterdam studiert, kannte Bielefeld bereits. Ihr habe es hier einfach gefallen. Das Angebot der FH Bielefeld passte perfekt in die Pläne von Ammar Alghafari von der Hoegskolen Alesund, Norwegen. Er hat den Studiengang Exportmarketing mit dem Bachelor abgeschlossen und möchte in den USA weiter studieren. Für ihn waren die Studieninhalte an der FH Bielefeld entscheidend. Als Beispiel nannte er "Internationales Recht", das in Alesund in seinem Studiengang nicht angeboten wurde. Bielefeld kannte Alghafari bereits durch einen mehrmonatigen Sprachkurs.

Als sehr positiv haben alle Studierenden die Arbeit an praxisbezogenen Projekten und in Teams erlebt. Für einige war dies eine völlig neue Erfahrung, da "es Gruppenarbeit bei uns nicht gibt und wir die Literaturliste, die wir zu Semesterbeginn bekommen, alleine durcharbeiten." Bernd Kleinheyer, Projektleiter des Europäischen Studiengangs Management, interessierte die Frage, ob es Unterschiede gebe in der Arbeitsweise zwischen den ausländischen und deutschen Studierenden. Unterschiede gebe es kaum, so die einhellige Antwort. Der Erfolg der Zusammenarbeit in den Teams hänge wesentlich von den Sprachkenntnissen ab, egal ob man sich auf Deutsch oder Englisch verständige.

Alle Teilnehmer der Runde sahen Bielefeld als Großstadt, aber überschaubar. "Für mich", so Ammar Alghafari, "ist das Nachtleben nicht so wichtig, ich brauche Natur und die gibt es hier reichlich". Positiv, so waren sich alle einig, seien die kleineren Gruppen verglichen mit den Heimat-Universitäten und der engere Kontakt zu den Professoren. Einige Teilnehmer wünschten sich mehr Besuche in Industrieunternehmen und die Möglichkeit, Praktika dort absolvieren zu können.

Bernd Kleinheyer zog das Fazit: "Wir werden uns noch stärker um Kontakte zur Industrie bemühen, damit wir noch mehr Praxisprojekte anbieten können. Denn unsere ehemaligen Studierenden aus dem Ausland sind die besten Botschafter für Bielefeld und die Fachhochschule.