Weidmüller Preis 2003 für Studentinnen der Wirtschaft und der Produktentwicklung
Anneke Stanik, Studentin am Fachbereich Wirtschaft, und Janne Betzendahl, Studentin am Fachbereich Mathematik und Technik, sind die Preisträger der Fachhochschule (FH) Bielefeld, die den Weidmüller Preis 2003 erhalten.
Die jeweils mit 4.000 Euro verbundene Auszeichnung überreichten Professor Dr. Volker Herzig, Geschäftsführer der Weidmüller Stiftung, und Professor Dr. Bruno Fuhrmann, Prorektor der FH Bielefeld. Die in Detmold ansässige Weidmüller Stiftung vergibt diesen Preis seit 1995 und unterstützt damit besonders förderungswürdige Studierende, die in integrierten Studiengängen vorgesehene Praxis- und Studiensemester im Ausland anstreben. In diesem Jahr hat die Jury zum neunten Mal zwei Preisträger ermittelt, die sich durch kurze Studiendauer, überdurchschnittliche Leistungen, gute Fremdsprachenkenntnisse und ein überzeugendes Persönlichkeitsbild empfehlen.
Zweieinhalb Jahre lebte Anneke Stanik in Shanghai und besuchte dort zwei Jahre lang die Französische Schule. Bereits nach einem Jahr legte sie die Abiturprüfung in Französisch ab - auf einem Niveau gedacht für Muttersprachler. Das französische Abitur mit dem Schwerpunkt "Wirtschaft und Soziales" bestand sie in Peking mit Auszeichnung. Seit dem Sommersemester 2002 studiert Anneke Stanik im "Europäischen Studiengang Management" am Fachbereich Wirtschaft. Nach dem Abschluss des Grundstudiums ist sie seit September 2003 an der Universität Valenciennes in Frankreich eingeschrieben. Sie spricht und schreibt fließend Französisch, hatte aber noch nie die Möglichkeit in einem französischsprachigen Land zu leben. "Diese Chance bietet sich mir jetzt durch die zwei Semester Auslandsstudium", begründet die Preisträgerin ihre Wahl des Studienortes. Ihr Ziel ist es sowohl das deutsche Diplom an der FH Bielefeld als auch das französische Diplom an der Universität in Valenciennes zu erwerben. Im Anschluss an das Studienjahr plant sie ein fünfmonatiges Praktikum möglichst in einem spanischsprachigen Land, um eine dritte Fremdsprache zu lernen. Zudem ist die Preisträgerin sozial engagiert. Über die französische Organisation "Couleurs de Chine" hat sie die Patenschaft für ein kleines Mädchen übernommen, um ihm eine Schulausbildung zu ermöglichen.
Nach dem Abitur am Gymnasium am Waldhof in Bielefeld schrieb sich Janne Betzendahl zum Wintersemester 2001/2002 für den Studiengang Produktentwicklung am Fachbereich Mathematik und Technik ein. Nach dem Vordiplom hat sich die 22-jährige für ein Praxissemester entschieden, das sie in der Innovationsabteilung bei Miele absolviert. "Da ich direkt vom Gymnasium komme, hat für mich das Sammeln von Erfahrungen im praktischen Bereich Priorität", begründet die Preisträgerin ihre Entscheidung zunächst ein Praxissemester einzulegen. Im Frühjahr 2004 will Janne Betzendahl ein Auslandsstudiensemester an einer englischen Hochschule anschließen, "weil Auslandserfahrung und die Beherrschung weiterer Sprachen für angehende Ingenieure zukunftsentscheidend sind." Die flexible und modulare Struktur des Hauptstudiums im Studiengang Produktentwicklung ermögliche es, sowohl ein Praxis- als ein Auslandsstudiensemester zu absolvieren. Ihren Dozenten ist die Abiturientin ohne praktische Ausbildung schon im Grundstudium aufgefallen durch ihre Fähigkeit, technische Problemstellungen zu analysieren und Lösungswege aufzuzeigen. Als studentische Hilfskraft arbeitet sie im Labor für Informatik und Robotik und hatte die Organisation und Leitung des Girls Day Projekts im Studiengang Produktentwicklung übernommen. Zudem ist sie Mitglied der Studentenvertretung in der Studienreformkommission des Studiengangs Produktentwicklung. Zudem haben ihre Kommilitonen sie zur Semestersprecherin gewählt. Ihr liebstes Hobby ist die Musik. Als Geigerin war sie ebenfalls sehr erfolgreich - 1997 gewann sie den 1. Preis im Landeswettbewerb "Jugend musiziert".