Bielefeld/Düsseldorf (fhb). "Die Hochschulen haben Enormes geleistet. Sie haben mehr Platz für die Studienanfängerinnen und Studienanfänger geschaffen als jemals zuvor in der NRW-Hochschulgeschichte", hielt NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze am Montag anlässlich eines Pressegesprächs im Ministerium fest. Zum Start des Wintersemesters 2013/14 stellte sie erste Schätzzahlen zu den Erstsemestern im doppelten Abiturjahrgang vor. Demnach haben sich rund 111.500 Erstsemester an den Hochschulen im Land eingeschrieben. Das sind über 9.000 mehr als im letzten Wintersemester. Die Fachhochschule Bielefeld freut sich mit knapp 2.000 Erstsemestern über ein Plus von 20 Prozent. In NRW liegt sie damit an zweiter Stelle der Fachhochschulen mit dem meisten Zuwachs.
Gemeinsam mit Professor Dr. Martin Sternberg, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen, und Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, dem Rektor der Uni Bielefeld und Vertreter der NRW-Universitäten, präsentierte Svenja Schulze der Presse Zahlen und Interpretationen. Die Neueinschreibungen im doppelten Abijahr seien etwas hinter den Erwartungen zurückgebelieben. "Der befürchtete übergroße Andrang bei den Einschreibungen hat nicht stattgefunden. Die Fachhochschulen sind voll, aber nicht überfüllt", erklärte Professor Sternberg.
Rund 9.400 Studierende sind Mitte September an der FH Bielefeld ins Wintersemester gestartet - 700 Einschreibungen und Rückmeldungen mehr als im Vorjahr. Nur die junge FH Rhein-Waal in Kleve liegt mit 31,4 Prozent Zuwachs über dem Ergebnis der FH Bielefeld.
Dass sich an den Fachhochschulen nicht so viele Erstsemester eingeschrieben haben wie prognostiziert, war laut Martin Sternberg zu erwarten. "Die Fachhochschulen haben einen geringeren Anteil an Abiturienten von Gymnasien. Sie sind deshalb weniger vom Doppelabi betroffen." Vielleicht habe auch die Berichterstattung im Vorfeld den einen oder anderen dazu bewogen, zuerst ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr dazwischen zu schieben.
Dieser Teil wird erst zukünftig studieren. "Darauf sind wir vorbereitet. In den Jahren bis 2020 investiert die Landesregierung rund zehn Milliarden in Maßnahmen für den doppelten Abiturjahrgang", erläuterte Svenja Schulze. Wegen der steigenden Nachfrage zum Master müsse in den nächsten Jahren der Hochschulpakt angepasst werden.
Professor Sagerer schloss sich der Forderung der Ministerin an: "Die Politik muss den Hochschulen auch in Zukunft die dringend benötigten Mittel für die erforderlichen Studienplätze, insbesondere für den Aufbau von Masterstudienplätzen, zur Verfügung stellen."
"Eine Fortsetzung beziehungsweise Verstetigung des Hochschulpakts ist notwendig", bestätigt ebenfalls Professor Sternberg. Für ihn fängt die Arbeit mit dem doppelten Abiturjahrgang erst richtig an: "Nach dem Semester ist vor dem Semester. Zurücklehnen und zufrieden sein mit den Einschreibungen im Jahr des doppelten Abiturs geht nicht". Wenn der Hochschulpakt 2015 ausläuft fehlen seines Erachtens die Mittel, um personelle und räumliche Erweiterungen voranzutreiben. "Das Interesse am Studium ist hingegen ungebrochen. Die Fachhochschulen müssen auch in den kommenden Jahren mit steigenden Studierendenzahlen rechnen und sich mit Hilfe des Landes darauf vorbereiten."
Definitive Zahlen zu Studierenden und Erstsemestern werden dem statistischen Bundesamt erst im Dezember vorliegen.
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