22.10.2012

„Wir brauchen eine ökologische Ethik“

2. Studierendenkongress am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik mit Dr. Franz Alt.

Bielefeld (fhb). Dr. Franz Alt, der bekannte Journalist und Buchautor, bekennender Kernkraftgegner und seit langem Befürworter einer Energiepolitik, die konsequent auf regenerative Energien setzt, machte den Teilnehmenden des 2. Studierendenkongress Mut: "Wir brauchen eine ökologische Ethik, und wir müssen konsequent auf den Einsatz regenerativer Energien setzten."    

Alts Auftritt war sicherlich ein Höhepunkt des zweitägigen Kongresses (19. und 20. Oktober), der von Studierenden des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) inhaltlich vorbereitet und organisiert wurde. Rund 50 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet waren nach Bielefeld gekommen. Thema des Kongresses: "Innovative Energiekonzepte - Die Natur als Vorbild".   

Alt, auch bekannt als "das ökologische Gewissen Deutschlands", rückte unter anderem die Nutzung der Solarenergie in den Mittelpunkt seiner Argumentation, um drohende Umweltkatastrophen angesichts des weltweiten Klimawandels in den Griff zu bekommen. Er plädierte für eine Energiewende, die allerdings ohne einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung und ohne die nötigen politischen Veränderungen nicht möglich sei.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Kongresses war "die Natur als Vorbild". Gemeint sind damit Inspirationen, die Ingenieurinnen, Ingenieure und Naturwissenschaftler mitnehmen, um technische Lösungen, hier bezogen auf Energiekonzepte, zu finden: oft raffiniert, stets ökologisch angepasst und immer risikoarm für die Umwelt. In einem einführenden Vortrag hatte Professor Dr. Dieter Weiß von der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Leuchterzeugung (Biolumineszenz) bei Insekten erläutert. Laut Weiß verfügt das Glühwürmchen über den effizientesten Leuchterzeugungsprozess. Während eine Glühbirne nur fünf bis zehn Prozent der Energie in Licht umwandelt und den Rest als Wärme abgibt, sei die Lichtausbeute der kleinen Käfer erheblich höher. Die Natur macht's vor, der Mensch könnte kopieren. Ein Beispiel von vielen, wie eine verantwortbare Energiewende nicht Wunsch bleibt, sondern Wirklichkeit werden könnte.    

Der 2. Studierendenkongress wurde von Studierenden des Studiengangs "Regenerative Energien" ehrenamtlich über lange Zeit vorbereitet und ermöglicht. Fachliche Unterstützung erhielt das Projektteam von Professorin Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, die auch maßgeblich am Gelingen dieser Veranstaltungsreihe im vergangenen Jahr beteiligt war. Das diesjährige Treffen wurde von allen Beteiligten als voller Erfolg gewertet. Fortsetzung folgt.