Zehn Dekaden der Mode - Ein Magazin der Fachhochschule Bielefeld
Fachbereich Gestaltung veröffentlicht neues Magazin „Freimodekultur“.
Bielefeld (fhb). Welche Auswirkungen hatten kulturelle und historische Entwicklungen des 20. Jahrhunderts auf die Mode? Antworten auf diese Frage gibt das neue Magazin "Freimodekultur", das der Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule (FH) Bielefeld jetzt veröffentlicht hat.
Für das Projekt haben seit zwei Jahren Studierende der Mode, Fotografie und Grafik zusammengearbeitet. Das Magazin folgt im Aufbau dem Verlauf des 20. Jahrhunderts. Zu jeder Dekade gibt es ein Kapitel, das jeweils ein zeitgeschichtliches Essay, Bildstrecken sowie Texte zu den Designerinnen und Designern enthält. Auch Interviews mit Modemachern und Agenturen befinden sich im Heft.
Der Titel "Freimodekultur" stammt von Professor Kai Dünhölter: "Ich wollte auf den freien kreativen Ansatz und den kulturellen Hintergrund verweisen." Ein Bekenntnis zur Region ist die Unterzeile "Ostwestfalen-Lippe". "Sie soll das Dilemma mit dem Großstadtgefühl ansprechen und andererseits zeigen, dass Qualität auch aus der Provinz kommen kann und sich nicht verstecken muss", schreibt Professor Dünhölter im Magazin. Einzigartig für Nordrhein-Westfalen sei das Zusammenspiel von Mode, Fotografie und Grafik an einer Hochschule. Das interdisziplinäre Arbeiten war bei der Produktion von "Freimodekultur" von Vorteil.
Prägend für die Gestaltung des Magazins sind die 24 Bildstrecken. Die vollseitigen Fotos zeigen nicht einfach nur Mode. Jeder Student präsentiert auch seine individuelle visuelle Handschrift. Facettenreich ist auch die Mode selbst. Inspirationen für ihre Kollektionen fanden die Modemacher beispielsweise in Kunstrichtungen und sozialen Entwicklungen. Die Texte im Magazin befinden sich ausschließlich auf der rechten Seite. Grund hierfür ist laut Grafik-Student Christian Andreas die Neuropsychologie: "Die rechte Gehirnhälfte erfasst das Ganzheitliche und genau darum ging es uns."
Solche Überlegungen und auch das Modemagazin selbst spiegeln ein grundsätzliches Anliegen des Fachbereichs Gestaltung wider: das konzeptuelle Arbeiten. "Die Aufgabe ist es, eine Haltung zu einem bestimmten Punkt zu entwickeln, denn nur etwas Schönes zu machen, ist nicht so schwer", sagt Professor Dünhölter.
Mit 272 Seiten ist das Magazin fast ein Buch geworden. "Es ist ein Hybrid", sagt Studentin Leonie Barth, die im Redaktionsmanagement mitarbeitete. So sei der Umfang für ein Magazin recht üppig, die Textmenge für ein Buch jedoch zu gering. Auch im Hinblick auf die Zielgruppe sei es kein klassisches Modemagazin. "Wir wollen nicht nur Leute ansprechen, die aus der Modebranche kommen, sondern auch diejenigen, die nach Inspirationen suchen." Aktuell ist "Freimodekultur" für sieben Euro in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz an Bahnhöfen und Flughäfen erhältlich. Auch ausgewählte Buchläden führen das Modemagazin. Mit Blick auf die Zukunft hat das Heft eine ISB-Nummer erhalten. So könnte es bei entsprechender Nachfrage später auch über Buchhändler und das Internet vertrieben werden.
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