1. Mindener Infrastruktur- und Logistik-Kolloquium mit interessanten Themen und vielen Zuhörern.
Minden (fhb). "Infrastrukturprojekte in der Region" lautete am vergangenen Dienstag der Titel des 1. Mindener Infrastruktur- und Logistik-Kolloquiums. Rund 70 Interessierte hatten sich auf Einladung des Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen im Audimax auf dem Campus Minden der FH Bielefeld zum Zuhören und zum Diskutieren zusammengefunden. Dekan Prof. Dr. Hans-Georg Gülzow: "Mit der Resonanz und dem Verlauf der Veranstaltung sind wir sehr zufrieden. Das Kolloquium wird sicherlich fortgesetzt."
Besonders erfreut zeigte sich der Dekan darüber, dass sowohl Hochschulexterne als auch eine ganze Reihe von Studierenden aus dem Studiengang 'Projektmanagement Infrastruktur/Logistik' dabei waren, ging es doch um prominente Themen vor Ort, die grundsätzlich auch breiten Raum im Studium einnehmen. So sprachen Tobias Fischer von Straßen.NRW über "Planung und Bau der A 30 - Umgehung Bad Oenynhausen", Malte Wittbecker vom Planungsverband RegioPort Weser über das "Trimodale Verkehrskonzept am Beispiel der Planung des RegioPorts Weser" und Michael Nolting, Stadtwerke Bielefeld, über "Pumpspeicherkraftwerke zur Stabilisierung der Stromnetze bei steigendem Anteil erneuerbarer Energien".
Mit dem Autoba
hnbau und dem Container-Projekt im Mindener Hafengebiet standen zwei Großvorhaben im Mittelpunkt, die vor Ort durchaus auch kritisch gesehen werden und teils durch Bürgerproteste infrage gestellt wurden. Fest steht: beide Projekte werden realisiert. Was dies konkret für die Trassenführung des knapp zehn Kilometer langen Autobahn-Teilstücks mit seinen 28 Brücken und einem Tunnel bedeutet und an welche Maßnahmen etwa zum Schutz der Umwelt gedacht wird, erläuterte Tobias Fischer. Im Herbst 2008 erfolgte der erste Spatenstich, die Fertigstellung der gesamten Nordumgehung wird für 2016 erwartet.
Zum RegioPort Weser gehört ein neuer, rund 15 Hektar großer Containerhafen mit angeschlossenem Gewerbegebiet. Ein "komplexes Planungsprojekt", so Wittbecker, das den Straßen-, Schienen- und Wasserverkehr in Einklang bringen und das sich natürlich auch wirtschaftlich rechnen muss. Es gibt viele Detail-Planungen bis hin zur Verlegung einer Hochspannungsleitung und zum Bau der Schiffsanlegestelle. Somit ein Vorhaben, das angehenden Projektmanagement-Ingenieuren die ganze Breite des Planungsprozesses und mögliche Konfliktpotenziale vor Augen führt.
Prof. Dr. Matthias Namuth, Studiengangsleiter im Projektmanagement, hatte gemeinsam mit Dekan Prof. Gülzow die Referenten ausgesucht. Michael Nolting gehörte mit seinem Fachvortrag dazu, weil die Themen Stromerzeugung, Stromverteilung und verantwortungsvolles Wirtschaften mit Strom gleichfalls Baustein des Studiums sind.
Nolting verdeutlichte am Beispiel Pumpspeicherkraftwerk, wie anspruchsvoll und zugleich anfällig eine verlässliche Stromversorgung sein kann. Vor dem Hintergrund eines steigenden Stromanteils durch Nutzung von Wind, Wasser und Sonne und damit Strom, der nicht gespeichert werden kann - bei Überlast werden beispielsweise die Windräder einfach abgeschaltet -, wird die Versorgungssituation immer komplexer und weniger berechenbar. Ein Thema, wenn nicht das Thema in den kommenden Jahrzehnten, das unsere Industrie- und Informationsgesellschaft in den Griff bekommen muss. Nolting: "In die Glaskugel schauen und verlässlich sagen, wohin die Reise geht, das kann wohl kaum jemand."