Bielefeld (fhb). Semesterauftakt schon am 1. September: 51 Erstsemester wurden heute an der Fachhochschule Bielefeld in den Seminarräumen ‚Am Stadtholz‘ begrüßt. In den Studiengang ‚Gesundheits- und Krankenpflege‘ haben sie sich eingeschrieben. Der ist etwas ganz Besonderes. Studiert wird hier nämlich in Kooperation mit der Akademie für Gesundheitsberufe der Mindener Mühlenkreiskliniken und der Zentralen Akademie für Berufe im Gesundheitswesen (ZAB) in Gütersloh. Die Erstsemester werden in zwei fast gleich große Gruppen aufgeteilt. Die einen studieren künftig in Bielefeld, die anderen in Minden. „Unsere erste Gesamtkohorte“, so Studiengangsleiterin Prof. Dr. Änne-Dörte Jahncke-Latteck, „die für einen verantwortungsvollen Beruf ausgebildet werden, wo handwerkliches Können und wissenschaftliches Arbeiten gleichermaßen gefragt ist“.
Für die Ausbildungspartner stand von Anfang an fest: „Der Bedarf an qualifiziertem Personal in der ambulanten und stationären Pflege wird weiter wachsen“, so Dr. Wolfgang Willich, der Geschäftsführer der Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken. Und: „Wir haben den gesellschaftlichen Auftrag auszubilden, wir stehen in der Verantwortung.“ Tatsache ist, dass immer mehr Menschen älter werden und mit dem Alter die Erkrankungen, oft auch Mehrfacherkrankungen, zunehmen. Die Kliniken sehen sich da vor einer schwierigen Situation. Die Patientenzahl steigt deutlich an, gleichzeitig sollen die Zeiten für den stationären Aufenthalt gekürzt werden. Das alles vor dem Hintergrund von Sparzwängen und dem Ruf nach einem immer effizienteren Krankenhausmanagement.
Arne Holthuis, Pflegedirektor im Klinikum Bielefeld, verwies in seinem Begrüßungsvortrag auf knapp über 6 Tage, die ein Patient in einem Bielefelder Krankenhaus im Jahresdurchschnitt wegen einer Erkrankung verbringt: „Die Aufenthaltszeiten werden sich weiter verkürzen. Wir müssen darauf im Management und im Pflegebereich reagieren.“ Seine Prognose: „Im Pflegemanagement wird es ein neues Qualifikationsprofil geben.“
Gesucht werden Fachkräfte, die zum einen „den klassischen Pflegedienst am Krankenbett leisten“ (Jahncke-Latteck), die zum anderen aber auch in der Lage sind, als Teammitglied mit anderen Berufsgruppen die Arbeit optimal zu gestalten und organisatorische Abläufe zu koordinieren. „Muss man so etwas denn studieren?“, warf ZAB-Schulleiter Andreas Winter die Frage in die Runde, um sie zu beantworten: „Das duale Studium ermöglicht ihnen eine erweiterte und differenzierte Herangehensweise in ihrem Berufsfeld.“
Auf acht Semester ist der duale Bachelor-Studiengang ‚Gesundheits- und Krankenpflege‘ angelegt. Die Absolventen haben gleich zwei Abschlüsse in der Tasche: die akademische Qualifikation und den Berufsabschluss Gesundheits- und Krankenpflege. „Kluge Köpfe, die ethische geschult sind und tatkräftig anpacken können“, so Prof. Dr. Änne-Dörte Jahncke-Latteck zu den Erstsemestern.