09.09.2016

Sieben Jahre lang Dekan

Ehrenurkunde für Prof. Dr. Hans-Georg Gülzow zum 25-jährigen Dienstjubiläum.

Bielefeld (fhb). Professor Dr.-Ing. Hans-Georg Gülzow erhielt jetzt seine Ehrenurkunde: 25-jähriges Dienstjubiläum an der FH Bielefeld. Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk gratulierte persönlich, dankte für das unermüdliche Engagement und wünschte weiterhin „Freude und Gelingen bei den anstehenden Vorhaben als Hochschullehrer und für den Standort Minden“. Denn dort, auf dem Campus Minden, ist der 59-jährige Bauingenieur zu Hause und überaus aktiv. Sieben Jahre lang, von 2007 bis 2014, vertrat er als Dekan des Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen die Interessen des Studienorts und begleitete die Zusammenführung mit dem Fachbereich Technik zu einem Fachbereich ‚Campus Minden‘ konstruktiv und mit Weitblick. Gülzow, stets sachlich, moderierend, ausgleichend: „Es war immer etwas los und es war nicht immer einfach, die Interessen am Fachbereich auszuloten und auf einen Nenner zu bringen. Aber der Erfolg zeigt, dass wir vernünftig und zielgerichtet zusammengearbeitet haben.“ Neue Studiengänge wurden entwickelt, sie sind gut nachgefragt. Und der Campus Minden insgesamt hat in jüngster Vergangenheit mit positiven Nachrichten auf sich aufmerksam gemacht: ein zusätzlicher attraktiver Neubau mit moderner Gebäudetechnik, Mensa und mehr Platz für Lehre und Forschung. Auch daran war Gülzow beteiligt.

Er lehrt Grundbau und Bodenmechanik und befasst sich mit statistischen Methoden. Schon früh hatte er die Vorzüge der Lernplattform ILIAS erkannt. Gülzow notiert auf seiner Internetseite: „Ich hoffe, dass die Möglichkeiten des E-Learning in Ergänzung der Präsenzveranstaltungen den Zugang zur Bodenmechanik und damit auch die Aufnahme der Lerninhalte verbessern.“

Im Jahre 1976 zog es den gebürtigen Bielefelder zum Bauingenieur-Studium an die TU Braunschweig. Dem bestandenen Diplom folgte eine mehrjährige Tätigkeit in einem Ingenieurbüro in Hamburg und eine Assistenzzeit an der RWTH Aachen, die schließlich zur Promotion führte. Dann kehrte er zurück ins OWL-Oberzentrum, zunächst wieder mit einer knapp dreijährigen Tätigkeit in einem Ingenieurbüro. Gülzow: „Die berufspraktische Seite intensiv erlebt zu haben, war für meine Lehrtätigkeit von unschätzbarem Wert. Denn wir bilden zuallererst für den Arbeitsmarkt aus, und die Berufsaussichten sind für den fachlich ausgewiesenen Nachwuchs gut.“    

Gülzow kümmert sich auch um angewandte Forschung und Entwicklung. In seinem Labor für Geotechnik werden bodenmechanische Feld- und Laborversuche durchgeführt, das sind teils Auftragsarbeiten für mittelständische Unternehmen, teils aber auch praxisgeleitete Forschungsarbeiten im Rahmen von eingeworbenen Projekten.

Nachdem er sein Amt als Dekan niedergelegt hat, bleibt mehr Zeit für Lehre, Forschung und Weiterbildung. Das einzige, was ihn zurzeit wirklich ärgert, ist der Umgang mit Fachhochschul-Professoren, die Forschungsgelder einwerben wollen: „Im Baubereich haben wir ein Zweiklassensystem bei der Vergabe von Forschungsgeldern, hier die Universitäten, dort die Fachhochschulen, die quasi immer noch unter Beobachtung stehen.“ Eine Angleichung sei hier erstrebenswert, so Professor Gülzow, der bei dieser Gelegenheit auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge verweist, die für eine inhaltliche Annäherung von Fachhochschul- und Universitätsstudium stünden.