10.07.2017

„Es kommt immer mehr auf gute Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten an“

Lothar Kriszun, einer der erfolgreichsten Absolventen der Fachhochschule Bielefeld, geht demnächst in den Ruhestand.

Lothar Kriszun, aus Gütersloh stammendes Mitglied des Hochschulrats der FH Bielefeld, absolvierte 1975 als einer der ersten Studierenden ein Studium an der im Jahr 1971 gegründeten Fachhochschule im Studiengang Wirtschaftswissenschaften. Der Diplom-Betriebswirt ist nach Stationen in Gütersloh und Frankfurt seit 1981 in unterschiedlichen Funktionen beim Landmaschinenhersteller CLAAS mit Sitz in Harsewinkel tätig und ist heute Sprecher der Konzernleitung. Operative Verantwortung trägt er zusätzlich für das Geschäftsfeld Traktoren und die CLAAS Industrietechnik. BWL-Professorin Dr. Natalie Bartholomäus vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit der FH Bielefeld nahm den kommenden Ruhestand von Lothar Kriszun zum Anlass, um nachzufragen und ein Stück Geschichte Revue passieren zu lassen und zugleich nach vorne zu schauen.

Lothar Kriszun über…

...seine Entscheidung zum kaufmännischen Studium an der FH Bielefeld und seine Erfahrungen:

„Bevor ich an der FH anfing, machte ich eine Lehre zum Industriekaufmann und hatte daher bereits einen ersten Einblick in betriebswirtschaftliche Abläufe. Im Grunde genommen war vorgezeichnet, dass mir BWL liegt und viel Spaß macht. Ein wirkliches „Plus“ im Studium war dann der Praxisbezug. Die Professoren, die ja vorher bereits ihr berufliches Können unter Beweis gestellt hatten, überzeugten mich durch ihre realitätsnahe Wissensvermittlung.“

…seine Karriere bei CLAAS:

„Ich hatte die Chance, national und international in den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen Verantwortung zu übernehmen. Dabei half mir immer wieder mein Standbein eines relativ breit aufgestellten Betriebswirtschaftsstudiums nebst meiner besonderen Leidenschaft für die Kostenrechnung. Wichtig ist das Vertrauen zu sich selbst, wenn man sich auf neue Felder einlässt. Natürlich muss man als Manager sehr viel zusätzliches Wissen erwerben und interkulturelle Erfahrungen sammeln.“

…CLAAS als Arbeitgeber:

„Aktuell haben wir als Familienunternehmen eine Verbleibquote bei Absolventen des dualen Studiums von rund 80 Prozent. Die Menschen kommen zu uns, um zu bleiben. Das liegt auch an den vielfältigen Programmen, wie den dualen Studiengängen oder auch Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung, die wir unseren Mitarbeitern anbieten. In unseren Traineeprogrammen durchlaufen die Teilnehmer nicht nur spannende Auslandsstationen, sondern übernehmen auch schon früh Verantwortung. Zur Differenzierung trägt sicher auch unsere Zielsetzung bei, einen sichtbaren Beitrag für die Verbesserung der Welternährung zu leisten.“

…Internationalität in der Wirtschaft und heutige Karriereaspekte:

„Wir haben es heute mit einer globalisierten Wirtschaft zu tun. CLAAS generiert fast 80 Prozent des Umsatzes im Ausland. Dem sollte man in seiner eigenen Ausbildung Rechnung tragen. Es kommt heute immer mehr auf gute Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten an. Da hilft ein Auslandssemester enorm weiter. Für einen erfolgreichen Berufsweg sollte man zudem sein eigenes Spezialgebiet, auf dem einem möglichst keiner etwas vormacht, nicht aus den Augen verlieren.“

...die FH Bielefeld aus der Sicht des Hochschulrats:

„Die Fachhochschule Bielefeld hat in den letzten Jahren wirklich ‚Fahrt aufgenommen‘. Sie hat sich zu einer sehr dynamischen Organisation mit einem breiten und zukunftsfähigen Angebot entwickelt. Somit wird die Stadt Bielefeld als Wissenschaftsstandort noch attraktiver.“