28.11.2013

Honorarprofessur für Dr. Hildegard Wiewelhove

Museum Huelsmann-Leiterin wird vom Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld gewürdigt.

Bielefeld (fhb). Für ihre besonderen Leistungen als Lehrbeauftragte am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld wurde jetzt Dr. Hildegard Wiewelhove (58) mit einer Honorarprofessur ausgezeichnet. Seit elf Semestern steht sie als Lehrbeauftragte für Theorie der Gestaltung - Designgeschichte den Studierenden mit Rat und Tat zur Seite, "fügt Theorie und Praxis als brillante Kennerin der Kunst- und Designgeschichte anschaulich zusammen", so Dekan Prof. Roman Bezjak vom Fachbereich Gestaltung anlässlich der Urkundenübergabe. Es ist die dritte Honorarprofessur, die seit 1971 am Fachbereich Gestaltung verliehen wurde.

Dr. Hildegard Wiewelhove ist als Leiterin verantwortlich für das Museum Huelsmann, das sich über die Grenzen Bielefelds hinaus einen Namen gemacht hat als Museum für Kunst und Design. Im Mai 1993 war die gebürtige Münsteranerin an den Teuto gekommen und leitete die Kunstgewerbesammlung der Stadt Bielefeld. Zwei Jahre später wurde das Museum eröffnet, das "herausragende Werke der angewandten Kunst zeigt, angefangen von höfischem Tafelsilber, frühem Porzellan und ausgesprochener Schatzkunst über exquisite Möbelformen, Tapisserien und Unikaten der Glaskunst bis hin zu historisch bedeutsamen Sonnenuhren und wissenschaftlichen Instrumenten", heißt es auf der Museums-Homepage. Geboten wird zudem ein kompakter Lehrpfad durch die europäischen Stilepochen mit dem Schwerpunkt auf Renaissance, Barock und Klassizismus. Eine eigene Abteilung bildet die Sammlung asiatischer Kunst. Die Ausstellungsräume in der benachbarten Weißen Villa sind dem modernen Design gewidmet.

An der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster und der Ludwig-Maximilian-Universität München hat sie Kunstgeschichte, Geschichte und Klassische Archäologie studiert und 1988 in Münster ihre Promotion abgeschlossen. Als Lehrbeauftragte der FH Bielefeld legt sie besonderen Wert darauf, "die klassische Kunstgeschichte ins heute zu holen". Wiewelhove: "Ich liebe es, Neues und Altes zusammenzubringen, alles als Teil einer gemeinsamen Entwicklung zu verstehen." Dekan Bezjak: "Die Begeisterungsfähigkeit, mit der sie zu Werke geht, steckt viele Studierende an."

Vielleicht auch deshalb wird sie von den jungen Leuten so geschätzt, betreut zahlreiche Abschlussarbeiten und wird zu Fachprüfungen in den Bachelor- und Masterstudiengängen herangezogen. Wiewelhove: "Der Austausch mit den Studierenden macht mir sehr viel Spaß, es ist ein gegenseitiges Sich-Befruchten."

Am Fachbereich wird die Vielfalt ihrer Seminarthemen gelobt. Ihr Angebot erstreckt sich interdisziplinär auf verschiedene Sparten der Gestaltung, beispielsweise Malerei, Zeichnung, Skulptur, Architektur, textile Kunst und das so genannte Kunstgewerbe. Zudem greift sie sämtliche Epochen der Kunst- und Kulturgeschichte auf, von der Antike bis zur Gegenwart. Bezjak: "Studierende aller drei Studienrichtungen profitieren davon."

Aufgrund ihrer Tätigkeit als Museumsleiterin und Ausstellungskuratorin sei Dr. Wiewelhove prädestiniert dafür, den Transfer von Wissen zur Präsentationspraxis zu veranschaulichen und zu lehren, heißt es aus dem Fachbereich. Bezjak: "Im Museum Huelsmann bietet sie den Studierenden die Möglichkeit, das Gelernte am Originalexponat zu überprüfen und darzustellen. Das ist von unschätzbarem Wert."

Der Fachbereich würdigt seine Lehrbeauftragte auch als "herausragende Publizistin und Kuratorin". Die Leistungen auf diesen Gebieten und in der bisher veranstalteten Lehre würden den Anforderungen an eine Hochschullehrerin voll und ganz entsprechen.