24.04.2025

Campus Minden: Ein waschechter Mindener ist Dekan

Prof. Dr.-Ing. Sven Battermann wurde zum Dekan gewählt und leitet zusammen mit Prodekan Prof. Dr.-Ing. Heiko Twelmeier den Campus Minden der Hochschule Bielefeld.

Minden (hsbi). Am Campus Minden wurde die Leitungsebene kürzlich neu besetzt: Zum Dekan wurde der gebürtige Mindener Sven Battermann gewählt, der hier seit 2014 als Professor für Elektrotechnik tätig ist. Zum Prodekan wurde Heiko Twelmeier, Professor für Baustofflehre, gewählt. Die Wahl erfolgte bei beiden einstimmig.

Sven Battermann war bereits seit 2023 Prodekan an der Seite seines Vorgängers Prof. Dr.-Ing Oliver Nister und konnte sich dadurch schon in die neuen Aufgaben einarbeiten: „Ich bedanke mich herzlich bei Oliver Nister, der den Fachbereich mit seiner umsichtigen Art und Kontinuität geführt hat und die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Campus begleitet hat.“

Sven Battermann, der in Minden aufgewachsen ist, studierte nach dem Abitur am Herder-Gymnasium Elektrotechnik an der Leibniz Universität Hannover und promovierte am dortigen Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Messtechnik zum Thema "Charakterisierung realer Testeinrichtungen zur Messung und Erzeugung elektromagnetischer Felder". Es folgten zwei Jahre als leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am selben Institut. Seine wissenschaftliche Arbeit an der Uni Hannover hat Battermann dem Bereich der Messtechnik und der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) gewidmet. Neben der Lehre hat er Forschungsprojekten u.a. für Airbus und die Bundesnetzagentur durchgeführt und war als Post-Doc in Japan und Europa tätig. Er war und ist weiterhin in der nationalen und internationalen Normung und Beratung im Bereich der EMV tätig.

Seine nächste berufliche Station führte Dr. Battermann 2008 zu WAGO in Minden, wo er als Gruppenleiter der Bereiche EMV und Approbation der Automation tätig war. Seit 2014 ist er Professor für Elektrotechnik am Campus Minden und lehrt dort vor allem im praxisintegrierten Bachelor Elektrotechnik, dessen Studiengangsleiter er zudem ist.

Auch in seiner Freizeit faszinieren ihn elektromagnetische Wellen: Schon seit seiner Jugend betreibt er Amateurfunk und interessiert sich für Antennentechnik. „Ich habe quasi mein Hobby zum Beruf gemacht. Zunächst habe ich Geräte ungewollt per Funk gestört – jetzt darf ich das ‚professionell‘ machen.“ Ziel ist es, die elektromagnetische Verträglichkeit aller Komponenten sicherzustellen. Nur so können große komplexe Anlagen störungsfrei funktionieren. „Das ist eine Herausforderung für neue Technologien wie auch die Transformation der Energieversorgung. Die elektromagnetische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Systeme und der Infrastruktur ist unverzichtbar“.

Heiko Twelmeier ist seit Oktober 2020 als Professor für Baustofflehre am Campus Minden tätig. Nach dem Bauingenieurstudium mit konstruktiver Vertiefung an der Technischen Universität Braunschweig arbeitete er als Projektleiter Sanierung im Bereich der Trockenmörtel bei der Sievert AG. Anschließend führte ihn ein Forschungsvorhaben zurück an die TU Braunschweig an das Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz, an dem er insgesamt 14 Jahre tätig war. Zunächst forschte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter insbesondere im Bereich der Dauerhaftigkeitsbewertung und -prognosen von Instandsetzungen an historischem Mauerwerk. 2010 promovierte er zu diesem Thema. Als Oberingenieur übernahm er später zusätzlich Aufgaben im Bereich des Personals und der Finanzen des Instituts. Seit 2004 beschäftigt sich Heiko Twelmeier mit der Schadensanalyse, Beratung, Konzeptentwicklung und Begutachtung in baustofftechnologischen Fragestellungen. Seine Erfahrungen als Sachverständiger bringt er in der Baustofflehre im Bachelor und im Masterstudium Integrales Bauen, dessen Studiengangsleiter er ist, ein.

Für Battermann und Twelmeier stehen vor allem die zukunftsgerichtete Entwicklung der Studieninhalte und die Konsolidierung der Studierendenzahlen durch Motivation von Schülerinnen und Schülern für ein Studium auf der Agenda. Dazu ist auch die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschule wichtig, da die Absolvent:innen vor allem in regionalen Unternehmen tätig werden. Battermann: „Die Lehre wird mit Beispielen aus Praxis und Forschung angereichert. Die klare Vorstellung, welches Ziel das Studium verfolgt, steigert die Motivation“. Dazu gehören auch die passenden Rahmenbedingungen vor Ort, wie der neue Dekan ergänzt: „Die Bauarbeiten auf dem Campus sind auf der Zielgeraden. Wir haben einen interessanten Campus, der Tradition und Modernität mit einer hohen Aufenthaltsqualität vereint. Die modernen Räume im denkmalgeschützten Gebäude laden zum Lernen und Lehren ein. Die sich dynamisch ändernden gesellschaftlichen Herausforderungen erfordern eine kontinuierliche Wandlungsfähigkeit und dafür brauchen wir begeisterte und engagierte Studierende und Forschende. Wir wollen den jungen Menschen das Potential am Campus Minden zeigen – sie müssen sehen, was hier alles passiert und möglich ist“.

Als Teil des Innovationsnetzwerks ‚Smart Recycling Factory‘ an der Pohlschen Heide verfolgt der Campus Minden beispielsweise das Ziel, eine zukunftweisende transdisziplinäre Forschung zur Circular Economy zu etablieren, um Ressourcen einzusparen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die regionale Wirtschaft zu stärken. (vku)