24.10.2017

Wie Unternehmenskultur erlebbar wird

Loreen Hennemann wird mit dem Erich-Gutenberg-Preis ausgezeichnet.

Bielefeld (fhb). Mit dem Erich-Gutenberg-Preis wurde jetzt Loreen Hennemann (23) für ihre Bachelorarbeit mit dem Thema „Die Unternehmenskultur von Familienunternehmen erlebbar machen - Die GOLDBECK GmbH als Referenzbeispiel“ ausgezeichnet. Der Preis wird von der in Herford ansässigen Erich-Gutenberg-Gesellschaft für sehr gute studentische Hochschularbeiten verliehen, die einen unmittelbaren praktischen Nutzen haben. Erich Gutenberg, 1984 verstorben, gilt als Begründer der modernen deutschen Betriebswirtschaftslehre.

Loreen Hennemann, in Beverungen aufgewachsen, hat an der Fachhochschule (FH) Bielefeld Wirtschaftspsychologie mit den Schwerpunkten Personal und Marketing studiert. Ihre Bachelorarbeit wurde von den betreuenden Professoren Dr. Bernd Helbich und Dr. Sybille Reichart mit der Note 1,0 bewertet. Hennemann hatte mit der GOLDBECK GmbH in Bielefeld ein Familienunternehmen „als Interaktion zwischen der Institution ‚Familie‘ und dem ‚Unternehmen‘ kennengelernt, eine einzigartige Konstruktion, die zugleich die größte Stärke als auch Schwäche darstellt, da beide Institutionen sich gegenseitig beeinflussen“, so Hennemann. Familie als eher emotionales, immaterielles und zwischenmenschliches Konstrukt und Unternehmen als materielles, ökonomisches, rationales Konstrukt. Sie entwickelte ein eigenes psychologisches Modell zur Erlebbarkeit der Unternehmenskultur. Hennemann: “Unter Anwendung verschiedener psychologischer Theorien habe ich ein Modell konstruiert, was erklärt, unter welchen Umständen eine Unternehmenskultur erlebbar wird und wie Unternehmen dies beeinflussen können.“

Laudator Helbich zeigte sich von der Arbeit beeindruckt. Die Autorin habe Forschungsneuland betreten. Ihm gefalle „die Auseinandersetzung mit der Literatur ebenso wie die eigene Meinungsäußerung, sie arbeitet sehr gut die Argumente heraus, die eine erhöhte Bedeutung der Unternehmenskultur im Vergleich zu Großunternehmen aufzeigen“. Als Betreuer und Gutachter könne er sagen, dass Loreen Hennemann ihr im Studium erworbenes Know-how anwenden und auf betriebswirtschaftliches, personalwirtschaftliches, psychologisches und methodisches Wissen zurückgreifen konnte. Helbich: „Das ist eine gute Rückmeldung an die Hochschule, dass man hinsichtlich der Curricula und des Lehrpersonals – das klingt vielleicht nach Selbstlob – gut aufgestellt ist.“ Und an die Preisträgerin gewandt: “Ich gratuliere Ihnen zur Auszeichnung und wünsche Ihnen, Frau Hennemann, alles Gute für eine wissenschaftliche oder praktische Berufslaufbahn. Wenn man mich fragen würde, würde ich zu der wissenschaftlichen Karriere raten.“