Bielefeld (fhb). Zur Dekane-Konferenz der Fachbereiche für ‚Soziale Arbeit‘ hatte Dekan Prof. Dr. Holger Hoffmann am 7. Juli an den Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Bielefeld eingeladen. Wichtige Themen unter anderen: die künftige Verwendung der so genannten ‚Kompensationsmittel‘, die zielgerichtete Ansprache von Studieninteressierten und die Zugangsvoraussetzungen für diejenigen, die nicht über den traditionellen Weg mit Abitur oder Fachhochschulreife ihr Studium aufnehmen. Prof. Hoffmann: „Wir haben im kleinen Kreis sehr intensiv diskutiert und nehmen für die nächste Sitzung im Herbst eine Reihe interessanter Ideen mit.“
Über die Verwendung der ‚Kompensationsmittel‘, die anstelle der künftig wegfallenden Studienbeiträge nun zur Verbesserung von Lehre und Studium eingesetzt werden sollen, wird zurzeit – nicht nur an den Fachbereichen für ‚Soziale Arbeit‘ – heftig diskutiert. Recht unterschiedlich sind die Ausgangsbedingungen der einzelnen Hochschulen. Hatte etwa die FH Düsseldorf gänzlich auf Studienbeiträge verzichtet, die FH Köln jedoch den Höchstbetrag von 500 Euro eingenommen, werden beiden nun aus dem Kompensations-Topf annähernd gleich bedient. Und für alle gilt: In Gremien, wo über die Vergabe von Kompensationsmitteln entschieden wird, sollen die Studierenden Sitz- und Stimmenmehrheit haben. Prof. Hoffmann: „Wir sind alle noch recht unsicher, wie wir mit den Kompensationsmitteln umzugehen haben.“
Klarheit herrscht hingegen in Sachen „Self-Assessment“. Gemeint ist hiermit das Angebot für Studieninteressierte, auf der Homepage der Hochschule an einem Online-Test teilzunehmen, der die eigenen Fähigkeiten und Interessen einordnet und eine Studiengangs-Empfehlung ausspricht. Prof. Hoffmann: „Wir beschäftigen uns schon sehr lange mit diesem Thema. Wir wollen, dass möglichst wenig junge Leute mit falschen Erwartungen ihr Studium aufnehmen.“ Wer etwa denke, soziale Arbeit sei etwas „ganz Buntes“, dem müssen wir sagen: „Sie sind hier fehl am Platz.“
Die FH Niederrhein ist mit ihrem Self-Assessment-Angebot quasi in einer Vorreiterrolle und hat gute Erfahrungen gemacht. Ein Forschungsprojekt zur besten Möglichkeit, ein Studieninformationssystem einzurichten, läuft zudem gerade an der staatlichen FH Köln Zum Wintersemester 2012, hofft die Dekane-Runde, sollten alle NRW-Fachbereiche, an denen ‚Soziale Arbeit‘ gelehrt wird, mit dieser Orientierungshilfe ausgestattet sein.
Regelungsbedarf sehen die Dekane in der Definition von Einschreibungsvoraussetzungen für Studieninteressierte, die zum Studium der ‚Sozialen Arbeit’ zugelassen werden wollen, jedoch weder Abitur- noch Fachabitur-Zeugnis mitbringen. Problematisch ist, ob alle, die schon in einem sozialpädagogischen oder pflegerischen Beruf gearbeitet haben, der kein Studium voraussetzt, auch diese Zugangsprüfung absolvieren müssen oder ob es Befreiungsmöglichkeiten gibt. Dazu hat das Ministerium seit Inkrafttreten der Verordnung im März 2010 eine neue Regelung zwar in Aussicht gestellt, aber nicht erlassen. Es ist unklar, ob und wenn ja, in welchem Umfang frühere Regelungen weiter gelten. Dekan Hoffmann: „Wir wollen das mit dem Wissenschaftsministerium klären und werden alsbald Kontakt mit Düsseldorf aufnehmen.“
Prof. Dr. Andreas Beaugrand, der Vizepräsident für Studium und Lehre der FH Bielefeld, hatte die Dekane begrüßt und auf die „dynamische Entwicklung“ seiner Hochschule hingewiesen. Er stellte den 2013 bezugsfertigen, großzügigen FH-Neubau auf dem ‚Campus Nord‘ vor. Hier finden sich beinahe alle Fachdisziplinen der FH unter einem Dach zusammen. „Ein starker Fachbereich Sozialwesen mit einem zeitgemäßen Studienangebot und engagierten Studierenden wird selbstverständlich dazugehören“, so Dekan Prof. Dr. Holger Hoffmann.