Herford (fhb). Es ist ein Angebot, sein Wissen zu ergänzen, zu aktualisieren, abzurunden. Es geht um die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik. Wer sich hier nicht fit fühlt, sollte besser auf's Studieren verzichten. Aber genau dazu wollen sie befähigen, die Kooperationspartner Volkshochschule (VHS) im Kreis Herford und die Fachhochschule (FH) Bielefeld: insbesondere beruflich Qualifizierte sollen den Weg in die akademische Ausbildung finden.
VHS und FH haben jetzt einen Vertrag unterzeichnet, um mit dem so genannten "Vorstudium OWL" gezielt auf Aufnahmeprüfungen in diesen sensiblen Fächern vorzubereiten. FH-Präsidentin Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff anlässlich der Vertrags-Unterzeichnung in der Herforder VHS: "Wir wollen denjenigen eine faire Chance bieten, deren Schulbesuch schon zehn oder fünfzehn Jahre zurückliegt, die im Beruf Fuß gefasst haben, sich jetzt aber Gedanken machen über ihre weitere Karriere." VHS-Direktorin Monika Schwidde zum "Vorstudium": "Es ist ein Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit."
Hochschule und Volkshochschule hatten schnell zueinander gefunden und dieses für Ostwestfalen-Lippe einmalige Angebot ausgearbeitet. Ab September kann man sich direkt bei der VHS anmelden. Die Kurse werden arbeitnehmerfreundlich freitags und samstags durchgeführt. Aus den einzelnen Modulen des gesamten Angebots kann sich jeder sein "persönliches Lernprogramm zusammenstellen", heißt es im "Vorstudium"-Flyer. Die Kurse, Teilnehmerzahl mindesten acht, seien so terminiert, dass die Möglichkeit bestehe, "alle Termine der prüfungsrelevanten Kurse wahrzunehmen". Ergänzend zu den Präsenzphasen der Kursangebote werde eine "interaktive Lernplattform genutzt, auf der Sie mit anderen Teilnehmenden in Kontakt treten und die Lerninhalte wiederholen und vertiefen können", so der Flyer-Text. Die Kursteilnehmer zahlen Gebühren, können jedoch auch Finanzierungshilfen wie den "Bildungsscheck" oder den "Bildungsprämiengutschein" in Anspruch nehmen.
Herford Bürgermeister Bruno Wollbrink, zugleich Vorsitzender der VHS-Verbandsversammlung, hatte die Anregung der FH Bielefeld zur Zusammenarbeit gerne aufgenommen: "Solche Angebote passen wunderbar in unsere Stadt. Wir stehen vor der riesigen Zukunftsaufgabe, Wissenschaft und Ausbildung miteinander zu verbinden. Dies ist ein erster Schritt." Mit der VHS im Kreis Herford habe die FH Bielefeld einen "leistungsstarken Partner gefunden", so Wollbrink weiter. Herfords Wirtschaftsförderer Dieter Wulfmeyer soll nun helfen, das Vorstudium-Angebot in OWL bekannt zu machen. Geld für Werbemaßnahmen steht zur Verfügung.
Das Vorstudium eignet sich auch für Studierende, die ihre Kenntnisse auffrischen und sich dafür am Wochenende Zeit nehmen wollen. Prof. Dr. Andreas Beaugrand, Vizepräsident für Studium und Lehre der FH Bielefeld: "Die Hochschule berät gerne, für wen das Angebot infrage kommt. Wir wollen sie ermutigen, ihr Wissen aufzubereiten. Unser Motto: Sie wollen studieren - wir breiten darauf vor."
Mehr unter www.vorstudium-owl.de