Eröffnung der Ausstellung "Die Bielefelder Schule. Fotokunst im Kontext" mit Kultur-Ministerin Ute Schäfer und Oberbürgermeister Pit Clausen.
Bielefeld (fhb). Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen fand anerkennende Worte, als er gestern die Ausstellung "Die Bielefelder Schule. Fotokunst im Kontext" in der Alten Stadtbibliothek eröffnete: "Die Schule steht für höchste Qualität." Die Fachhochschule, vertreten durch den Fachbereich Gestaltung, und das Bielefelder Kulturamt seien mit der Realisierung dieses gemeinsamen Leuchtturmprojekts anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt "noch näher zusammengerückt". Clausen: "Wir sind stolz auf diese Schule."
Auch NRW-Kulturministerin Ute Schäfer, deren Ministerium die dreimonatige Ausstellung sponsert, sparte nicht mit Lob und erinnerte an die mittlerweile schon lange Tradition der Ausbildung von Fotografen, der Entwicklung hin zur Fotokunst mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen und der theoretischen Durchdringung des Themas als sowohl gesellschaftliches wie auch ganz subjektives Phänomen. Schäfer an das mit rund 400 Teilnehmern sehr gut gefüllte Auditorium: "In Bielefeld sind kreative Impulsgeber zusammengekommen." Und es habe sich eine Schule ganz eigener Prägung und Ausstrahlung etabliert.
Rund 250 fotografische Arbeiten von 24 Künstlerinnen und Künstlern sind ausgestellt. Werke, die einen Querschnitt über das breit angelegte Schaffen der Bielefelder Schule seit Beginn der 1960er Jahre vermitteln. Der Berliner Fotohistoriker Dr. Enno Kaufhold hatte die Qual der Wahl und musste als Kurator entscheiden, was gezeigt wird. Kaufhold: "Dass wir uns als großes Team zusammengefunden haben, Dozenten, Künstler, Studierende, das hat mich besonders gefreut und begeistert." Die künstlerische Projektleitung lag und liegt in den Händen von Prof. Dr. Gottfried Jäger, einem der Gründerväter der Bielefelder Schule.
Geräumig ist die Alte Stadtbibliothek, und dem Gast wird Platz gelassen, mit Abstand oder auch ganz nah Fotokunst im zweigeschossigen, lichtdurchfluteten Raum zu erleben. Zur Ausstellung erschienen ist ein Katalog in zwei Bänden, der eine gefüllt mit Bildmaterial, der andere mit ausführlichen Texten, Positionsbestimmungen, Anregungen. Herausgeber sind Jäger und Kaufhold.
Das Rahmenprogramm zur Ausstellung kann sich sehen lassen. Rechtzeitig fertiggestellt wurde zum Beispiel ein Film von Studierenden des Fachbereichs Gestaltung, der Einblick in die Ausstellungs-Vorbereitungen und einen Überblick der ausgestellten Bilder gibt. Im Fokus steht dabei die Frage, was die Bielefelder Schule charakterisiert. Dazu werden, so heißt es im Pressetext zur Ausstellung, verschiedene Arbeiten vorgestellt und einzelne Künstlerinnen und Künstler sowie der Kurator der Ausstellung befragt: "Eine einheitliche Definition der Bielefelder Schule wird dabei nicht geliefert. Vielmehr geht es den Filmemachern darum, die Vielfalt fotografischer Konzepte und Bildwelten der Bielefelder Fotografie aufzuzeigen."
Dann gibt es den Audioguide, gleichfalls von den Studierenden produziert, der die einzelnen Exponate vorstellt. Außerdem kommen der Kurator sowie die Fotografinnen und Fotografen hier selbst zu Wort. Und es wird eingeladen zu Sonderführungen oder Workshops, die von Mitarbeitern der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) betreut werden. Das studentische Projekt Raum21 präsentiert die eigene Online-Plattform mit aktuellen Semester- und Abschlussarbeiten der Studienrichtung Fotografie und Medien.
Künstlergespräche mit Vertretern der Bielefelder Schule runden das Programm ab. Ein besonderer Höhepunkt Ende November: das 34. Bielefelder Fotosymposium mit internationalen Beiträgen aus Fotografie und Medienkunst, Architekturtheorie, Bildwissenschaft und Kunstgeschichte. Veranstalter ist der Forschungsschwerpunkt (FSP) Fotografie und Medien am Fachbereich Gestaltung, der zudem, gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Bielefeld, auch als Veranstalter der Ausstellung "Die Bielefelder Schule. Fotokunst im Kontext" fungiert.