Bielefeld (fhb). Der weltweite Klimawandel und der weiterhin steigende Energieverbrauch haben mittlerweile viele zum Umdenken angeregt: über den erhöhten Einsatz von erneuerbaren Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz und nicht zuletzt die Stabilität des Stromnetzes wird vermehrt und immer lauter nachgedacht. So auch auf der IEEE - Power and energy student summit, kurz PESS, einer internationalen Konferenz von Studierenden, die jetzt zwei Tage lange rund 50 angehende Ingenieurinnen und Ingenieure aus Polen, Belgien und Deutschland an der Fachhochschule Bielefeld zusammenbrachte. Die wissenschaftliche Leitung der Tagung lag in den Händen von Prof. Dr.-Ing. Jens Haubrock, der am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) die Lehrgebiete Dezentrale Energiesysteme, Windkraftanlagen und Grundlagen der Elektrotechnik vertritt.
PESS fand zum vierten Mal statt, eine Konferenz, "in der der Wissenstransfer und das Networking eine tragende Rolle spielen", meint Professor Haubrock. Hier werde den Studierenden die Möglichkeit gegeben, "eine wissenschaftliche Arbeit oder ein Projekt in Form eines Papers einem internationalen Fachpublikum vorzustellen". Und das wird auch honoriert. Drei Arbeiten wurden nämlich mit dem "Best-Paper-Award" ausgezeichnet: Constanze Troitzsch, Valeri Franz und Luis Hernández überzeugten eine Jury aus externen Gutachtern, die von der außergewöhnlichen Qualität der Beiträge angetan war.
Elektroingenieurin Wibke Brems, Grünen-Politikerin im NRW-Landtag, die an der FH Bielefeld ihr Diplom machte, hatte in einer Positionsbestimmung auf die vielfältigen "technischen, politischen und wirtschaftlichen Aspekte" hingewiesen, die mit der Klimawende in Deutschland verbunden sind. Wenn bis 2022, wie geplant, alle Atomkraftwerke ausgeschaltet werden, müssen die erneuerbaren Energieträger, die in NRW zurzeit nur für sechs bis sieben Prozent der Energieerzeugung sorgen, eine nachhaltige Förderung erfahren. "Wir müssen das Ganze technisch lösen", so die Grünen-Politikerin, "und wir diskutieren noch zu wenig darüber, wie wir die Menschen mitnehmen können auf diesen Weg zu einem anderen Umgang mit unseren Energieressourcen".
In drei große Themenblöcke und insgesamt 20 Vorträge war die Konferenz unterteilt. Zunächst ging es um Fragen zur Energiespeicherung, dann um "intelligente" Stromzähler und zuletzt um Übertragungsnetze. Haubrock: "Es gab anspruchsvolle Vorträge, Besichtigungen und Workshops und die einmalige Möglichkeit, in einem spannenden Umfeld auf persönlicher Ebene intensive Gespräche führen und Kontakte knüpfen zu können". In der Eingangshalle des Fachbereichs IuM machten zudem die beteiligten Unternehmen, dazu zählten die Stadtwerke Bielefeld, SMA, DB Energie und Maschinenfabrik Reinhausen, mit Informationsständen auf sich aufmerksam.
PESS wird von der IEEE organisiert, einem weltweit agierenden Verband von Ingenieurinnen und Ingenieuren aus dem Bereich Elektro- und Informationstechnik. Ihm gehören nach eigenen Angaben mehr als 400.000 Mitglieder in 160 Ländern an, womit er der weltweit größte technische Berufsverband ist. An deutschen Hochschulen sind in zehn IEEE-Hochschulgruppen Studierende aktiv.