24.02.2015

Zwanzig Meter in weniger als einer Sekunde

"Formel 1 in Schulen" - Fachbereich IuM richtet erstmals OWL-Cup aus.

Zwanzig Meter in weniger als einer Sekunde zurückzulegen, das ist möglich. 13 Teams bewiesen das mit ihren kleinen Rennautos beim OWL-Cup der "F1 in Schulen" eindrucksvoll. Der OWL-Cup ist Teil eines internationalen Technologie-Wettbewerbs, bei dem Schülerinnen und Schüler im Alter von elf bis 19 Jahren einen Miniatur-Rennwagen am Computer entwickeln, fertigen und anschließend ins Rennen schicken.

Am vergangenen Samstag fiel der Startschuss für die Schülerteams aus Ostwestfalen-Lippe. Erstmals wurde der OWL-Cup in den Räumlichkeiten der Fachhochschule Bielefeld am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) ausgetragen. Das Publikumsinteresse war außergewöhnlich groß: rund 250 Schaulustige verbrachten einen kurzweiligen Tag am Fachbereich. "Dieses Ereignis war ein voller Erfolg, und wir freuen uns, in Zukunft weiterhin mit dem Fachbereich der FH Bielefeld zusammenarbeiten zu dürfen", so Marvin Kleinemeier, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei gpdm, der Agentur, die das "F1 in Schulen"-Projekt initiiert hat.

Und es gab auch Sieger: acht Teams konnten sich für den  NRW-Cup qualifizieren. Bei den Junioren belegte der Vorjahressieger "Ravensberger Erfinder" erneut den ersten Platz. Zweiter wurde das Team "Velocity i.P.", gefolgt von "Black Fire" auf Platz 3. Bei den Senioren konnte sich das Team "PeleForce" vor "CoT Racing" und "Nitro Fun" behaupten. Auch in der Konstruktionswertung holte der Juniorensieger "Ravensberger Erfinder" den Gesamtsieg. Bei den Senioren ging der Konstruktionstitel an die Erstplatzierten "PeleForce", die somit ebenfalls einen Gesamtsieg einfuhren. "CoT Racing" konnte zudem den Preis für die beste Präsentation mit nach Hause nehmen. Prof. Dr. Sonja Schöning, Prodekanin des Fachbereichs IuM, überreichte zusammen mit Marvin Kleinemeier den Gewinnern die Urkunden.

Der OWL-Cup entschied also über die Qualifikation für den NRW-Cup in 14 Tagen, der im Heinz-Nixdorf Museum in Paderborn ausgetragen wird. Ein erklärtes Ziel des gesamten Wettbewerbs sei es, die Faszination der Formel 1-Welt und Rennfahrern wie Nico Rosberg und Sebastian Vettel zu nutzen, den Jugendlichen einen spannenden Einblick in die Wissenschaft, genauer in die Bereiche Produktentwicklung und Technologie, zu ermöglichen. "Die Formel 1 fasziniert im Großen und nun auch im Kleinen. Es ist uns eine Freude, diese Veranstaltung am Fachbereich ausrichten zu dürfen und mögliche Jungingenieurinnen und Ingenieure von morgen zu treffen", so Prof. Dr. Lothar Budde, Dekan des Fachbereichs IuM.

Konstruktionstechnisch unterstützt und begleitet wurden die Teams während der Projektphase von einem 13-köpfigen Studierendenteam unter der Aufsicht von Projektleiter Prof. Dr. Herbert Funke, der am Fachbereich IuM unter anderem in der Konstruktionslehre tätig ist. Die schuhboxgroßen Rennwagen sind den großen Vorbildern nachempfunden. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln diese Formel 1-Wagen mit professioneller 3D CAD-Software nach einem strengen Reglement. Angetrieben werden die Fahrzeuge mit acht Gramm schweren CO2-Patronen.

Das 16-köpfige Juroren-Team setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, unter anderem Benteler AG und Kolping, dem Verein Deutscher Ingenieure, Schulen und der FH Bielefeld zusammen. Unter die Bewertungen fielen nicht nur eingefahrene Zeiten, sondern auch die Reaktionszeit des Starters, die Teambox, das Portfolio und eine Präsentation des Entwicklungsprozesses. "Erstaunlich, mit welcher Professionalität die jungen Leute an die Aufgaben herangegangen sind. Die unterschiedlichsten Disziplinen fordern die Lösung sehr vielseitiger und unterschiedlicher Aufgaben, um dann im Wettbewerb erfolgreich zu sein", so Jan Winkler von CAD Engineering, einer der Juroren. Prof. Dr. Hubertus Wameling, Studiengangsleiter Wirtschaftsingenieurwesen am Fachbereich IuM und gleichfalls Jurymitglied, teilt diese Einschätzung im vollen Umfang.  

Begleitet wurde die Auftaktveranstaltung von einem Rahmenprogramm der Hochschule. Neben den professionell gestalteten Boxen der Teams gab es Aktionsstände des zdi-Schülerinnen- und Schülerlabors, einen Fahrsimulator aus dem Lenkwerk sowie Informationsstände von der Zentralen Studienberatung, die durch die ganze Veranstaltung begleitet haben. "Klasse Idee, die Kinder waren sehr gefordert und ich bin erstaunt und stolz, was sie erreicht haben, auch da die Veranstaltungen parallel zu den Klausuren lief.  Der enge Kontakt zu Sponsoren mit der tollen Unterstützung hat ein erstaunliches Endprodukt hervorgebracht", so Iris Schübeler, Mutter eines Teilnehmers.

Nach einer kleinen Stärkung nahmen zahlreiche Gäste und Begleitpersonen die Gelegenheit wahr, das Lenkwerk in direkter Nachbarschaft des Fachbereichs IuM zu besuchen. Hier konnten sie im Rahmen einer Führung Sportwagen und Oldtimer live erleben. Ein weiterer Programmpunkt war eine Führung durch die Labore des Fachbereichs. Unter anderem ging es zu einer Vorführung im Labor für Werkzeugmaschinen, wo man das Fräsen eines Models auf Basis eines Miniatur-Rennwagens beobachten konnte.

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Text: Daniel Norton, Tanja Hage