Cornelia Giebeler (2021): Determining the Global from a Social Work Perspective.

Wie wird das Globale aus der Perspektive der Sozialen Arbeit verstanden? Was bedeutet es, sich als Sozialarbeiter*in, einer Profession, die sich unterstützend an der Seite  Marginalisierter und Exkludierter positioniert?

Das Globale aus der Sicht von Sozialer Arbeit zu analysieren ist das Anliegen dieses Beitrages - eine im Globalisierungsdiskurs selten eingenommene Perspektive. Sozialarbeiter*innen werden als soziale Akteure im Globalisierungsprozess benannt, die mit einer einzigartigen Sicht das Globale erfahren und benennen.  Sie nehmen aus den Rändern der Globalisierung heraus diese in den Blick, aus der Beteiligung als Professionelle in Marginalisierungs- und Exklusionsprozessen von Einzelnen, Gruppen und Gemeinwesen. Als Unterstützer*innen Ausgegrenzter sehen sie im Mikrokosmos des Alltäglichen vornehmlich die negativen Konsequenzen der Globalisierung. Sie arbeiten als Verteidiger*innen von Verlierer*innen in Aushandlungsprozessen der globalen Arena, sprechen und agieren aus dieser Perspektive und positionieren sich in den durch Globalisierung hervorgerufenen Transformationsprozessen des Sozialen als deren Anwälte. Da sie gleichzeitig in Abhängigkeit ihrer Arbeitgeber*innen staatliche oder private Interessen verfolgen, befinden sie sich In-Between einer Positionierung, die es erfordert, global-soziale Impacts der Strukturierung von Alltagsprozessen zu beobachten und diese dann im Sinne ihrer Adressat*innen infrage zu stellen, abzumildern oder zu verändern.

Die Fragen des Beitrages richten sich auf die Beobachtungsweisen  des Globalen durch Scholar der Sozialen Arbeit und fokussieren Differenzierungen, z. B. im Hinblick auf die häufig synonym benutzen Begriffe der Internationalisierung, Interkulturalität oder Transnationalität. Die Autor*innen analysieren vier Dimensionen des Globalen aus der Perspektive Sozialer Arbeit und versuchen die Komplexität der eingebrachten Perspektive auf das Globale zu erfassen. 

Holtgreve, Sandra/Giebeler, Cornelia (2021). Determining the Global from a Social Work Perspective. In: Sandra Holtgreve/Karlson Preuß/Mathias Albert (Eds.), Envisioning the World: Mapping and Making the Global (87-104). Bielefeld: transcript Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839455296-008
Book DOI: https://doi.org/10.14361/9783839455296-008

  Download : https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5529-2/envisioning-the-world-mapping-and-making-the-global/

Sandra Holtgreve arbeitet an ihrer Dissertation in Kooperation mit dem FB Sozialwesen der  HSBI an der Research Training Group World Politics, Universität Bielefeld, Germany. Das Thema ihrer Doktorarbeit ist: Coloniality in the Global South and North. An Analysis of Social Work Education in Germany, Mexico and Ecuador.

Cornelia Giebeler ist Professorin für sozial- und erziehungswissenschaftliche Theorien und Methoden an der HSBI und hat den ehemaligen Schwerpunkt Global Social Work am Fachbereich von 2000 bis 2020 begründet und geleitet.