Into the Well Cradle

Artistic Research, künstlerische Forschung, Videobühnenbild, interactive Environments, Medieninstallation, Oper

 

Hochschule Bielefeld
Fachbereich Gestaltung
Lampingstr. 3
33615 Bielefeld     

 

Laufzeit

01.07.2025 – 30.07.2027

Projektförderung

HSBI interne Förderung (Künstlerfonds), Canada Council fort he Arts, Banff Centre for Arts and Creativity Leighton Artist Studios

Kurzbeschreibung

Konzertinstallation zur Untersuchung von interaktiver, begehbarer Medienkunst im Theaterkontext, kulturübergreifendes Projekt (Japan-Österreich)

Das Forschungsprojekt „Into the Well Cradle – Bewegte Betrachtung in der Medienkunst“ untersucht anhand einer künstlerischen Produktion die Schnittstellen von immersivem Theater, Konzertinstallationen und audiovisueller Medienkunst. Ziel ist eine zeitgenössische Adaption der japanischen Noh-Oper „The Well Cradle“ als begehbare Operninstallation. Die Oper ist ein klassisches Stück aus dem japanischen Noh-Theater, das eine Geschichte von Liebe, Verlust und spiritueller Verbindung erzählt. Die geplante Inszenierung modernisiert die extrem ritualisierten und minimalistischen Formen der japanischen Noh Tradition, und verwebt Live-Musik, eine computergenerierte Komposition mit Live-Elektronik sowie multimediale Bühnenbilder aus LED-Elementen und Video-Projektionen zu einer immersiven Installation: In Zusammenarbeit mit der japanisch-kanadischen Komponistin Kotoka Suzuki entsteht ein interdisziplinäres Werk, das die Grenzen zwischen Publikum, Performenden und medialen Bühnenbilden auflöst und eine dynamische, körperliche Resonanz bei den Zuschauenden erzeugt. Zentral ist die Auseinandersetzung mit den streng stilisierten Bewegungen des Noh-Theaters, die durch digitale Technologien in die physischen und emotionalen Wahrnehmungszonen des Publikums übertragen werden. Diese „induzierten Bewegungen“ basieren auf aus der Medienpsychologie bekannten Mechanismen (vgl. Mikunda, 2002) und werden durch sogenannte Vitality Effects (Stern, 2010) verstärkt – lebendig wirkende Bewegungsmuster, die Empathie und körperliche Resonanz auslösen. Die Zuschauer:innen agieren in einem Begehbaren Bühnenraum, wo ihre Bewegungen und Interaktionen in Echtzeit in die visuelle und klangliche Gestaltung integriert werden. Die Installation schafft ein räumlich-dynamisches Narrativ, das die Wahrnehmung von Klang, Bewegung und Raum intensiviert.