"70 Prozent meiner Arbeit verrichte ich auf Englisch!"
Die Vortragsreihe des Netzwerks "Informations- und Schreibkompetenz" informiert Biotechnologen über Fachwissen und Kommunikation im Beruf.
Im Rahmen der Vortragsreihe "Fachwissen und Kommunikation im Beruf" gab Sandra Koptik heute rund 30 interessierten Studierenden des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik einen Einblick in die Anforderungen an das Fachwissen und die Kommunikation im Berufsalltag. In Zusammenarbeit mit den Lehrenden, in diesem Fall sind es die Professoren Dr. Gudermann und Dr. Lütkemeyer, organisiert das Netzwerk "Informations- und Schreibkompetenz" regelmäßig Vorträge in den einzelnen Fachbereichen. "Wir haben festgestellt, dass Studierende den Aspekt der beruflichen Kommunikation häufig unterschätzen. Die Vortragsreihe soll den Studierenden die Relevanz beruflicher Kommunikation nahebringen. Gleichzeitig stellen die Vortragenden einen praktischen Bezug zwischen theoretischem Fachwissens zum beruflichem Alltag her", sagt Kristina Rzehak, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Netzwerks "Informations- und Schreibkompetenz".
Sandra Koptik studierte selbst Apparative Biotechnologie am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik, bevor sie für den Master an die Universität Bielefeld wechselte. Heute arbeitet sie als Key-Account-Managerin. Deshalb kann sie sich genau in die Studierenden hineinversetzen und weiß, welches Fachwissen im Beruf gefragt ist: "Zwar beschäftige ich mich nicht mit der Laborpraxis, aber es ist schon wichtig, die Abläufe im Labor zu kennen, weil man einfach besser beraten kann, wenn man weiß, wie der Kunde arbeitet." Zusätzlich zu ihren Studienkenntnissen musste Koptik sich für ihren Beruf auch mit BWL und Vertriebsmanagement auseinandersetzen. Dies sei ein wichtiger Teil ihrer täglichen Arbeit.
Koptik betont die Relevanz der beruflichen Kommunikation: "Im Studium ist es noch gar nicht vorstellbar, welcher Anteil der täglichen Arbeit mit Telefonieren und Mails schreiben verbracht wird. Man ist da viel stärker gefordert als noch im Studium. Der rege Austausch mit Kollegen und Kunden ist aber wichtig", so Koptik. Auf berufliche Vorträge hätten sie die Präsentationen im Rahmen des Studiums aber zum Beispiel schon gut vorbereitet.
Wichtig seien auch gute Englischkenntnisse. "Circa 70 Prozent meiner Arbeit verrichte ich auf Englisch. Gerade das Fachenglisch können Sie gut trainieren, wenn Sie auch im Studium schon anfangen, hin und wieder auf englischsprachige Literatur zurückzugreifen", rät Koptik. Auch die informelle Kommunikation hat einen hohen Stellenwert, nicht nur im Englischen, so Koptik. Beim Essen nach einem gelungenen Vertragsabschluss sei es wichtig, auch über nicht fachbezogene Themen sicher sprechen zu können. "Da muss man vielleicht auch das ein oder andere kulturelle Fettnäpfchen beachten", lacht sie, "aber meistens wissen die Vertragspartner ja, dass man mit ihrer Kultur nicht so vertraut ist und sind nachsichtig.
Die Studierenden interessiert vor allem, ob Koptik ihnen empfiehlt, nach dem Bachelor noch einen Master draufzusatteln. Sie kann die Studenten beruhigen: "Für bestimmte Bereiche, wie zum Beispiel das Key Account Management, wird ein Master sicher von vielen Unternehmen vorausgesetzt. Aber wenn Sie sagen, Sie bevorzugen die Arbeit im Labor, dann haben Sie auch mit einem Bachelorabschluss gute Chancen." Auch einen praktischen Tipp hat Koptik für die Studierenden parat: "Schauen Sie sich auch in den Anfangssemestern schon Stellenanzeigen an. Was gibt es? Was wären Ihre Aufgaben? Welcher Abschluss wird für die Positionen, die sie interessieren, verlangt? So können Sie schon früh entscheiden, ob ein zusätzlicher Masterabschluss für Sie sinnvoll ist."