1600 Besucher tanzen und feiern auf dem Sommerfest
„Light up the Night“ verwandelt Campus Minden in einmaliges Festivalgelände.
Minden (fhb). Live-Musik, schönes Wetter und eine einmalige Kulisse bot sich am Freitagabend den 1600 Gästen des Sommerfests auf dem Campus Minden. Studierende des Fachbereichs "Architektur und Bauingenieurwesen" der Fachhochschule Bielefeld wollten das Projekt "Sommerfest" nach sieben mageren Jahren endlich wieder einmal aufleben lassen. Es ist ihnen geglückt! Unter dem Motto "Light up the Night" erstrahlte nicht nur das ehemalige Kasernengelände des Campus in unterschiedlichen Farben, sondern auch die drei Bands "Summery Mind", "Luftpost" und "The Driftwood Fairytales" sorgten mit ihren Rock-, Pop- und Folk-Songs für ein farbiges musikalisches Ereignis. Bis tief in die Nacht wurde getanzt, gelacht und gefeiert. Bleibt zu hoffen, dass das Sommerfest in Minden damit wieder eine Tradition wird.
Viele Studierende, Professorinnen und Professoren sowie Beschäftigte der FH, aber auch viele ehemalige Studierende und neugierige Mindener waren der Einladung auf den Campus Minden gefolgt. Auch wenn sich das Festivalgelände zu Beginn erst langsam füllen wollte, strömten die Besucher mit zunehmender Dämmerung doch immer zahlreicher auf den Campus-Parkplatz. Kein Wunder, denn nicht nur die buntbeleuchteten Fassaden der FH-Gebäude boten ein einladendes Bild, sondern auch die unterschiedlichen Getränke- und Essstände luden zum Verweilen und zu Gesprächen ein.
Den Anfang von "Light up the Night" machte die Bielefelder Band "Summery Mind", die ganz kurzfristig für die vorher eingeplanten "Stevie to the Noise" eingesprungen waren. Sie eröffneten das Fest mit lautem Hard-Rock. Vielleicht ein wenig eingeschüchtert von so viel Stimmgewalt der Sängerin Larissa Rieke und den röhrenden Bässen, trauten sich zunächst nicht so viele Zuhörer direkt vor die Bühne. Sie blieben lieber im Schutz der gemütlichen Stände. Trotzdem rockten "Summery Mind" mit sichtlich viel Spaß, als ob sie auf einem großen Festival vor tausenden von Zuhörern spielen würden. "Wir bedanken uns, dass die Veranstalter so kurzfristig an uns gedacht haben. Es ist super hier in Minden!", verabschiedet sich Sängerin "Lari".
Nach diesem rockigen Erlebnis konnten die Festivalbesucher die Band "Luftpost" aus Buxtehude kennenlernen. Sie hatten deutschen Pop-Rock mit nach Minden gebracht und ließen diesen nicht weniger ambitioniert auf dem Campus erklingen. Langsam trauten sich auch die ersten Festivalgäste vor die Bühne um zu tanzen und mitzusingen. Dadurch angespornt, verlangte das ganze Hüpfen, Springen und Singen alle Kraft von Sänger Fabian Held: "Ich kann nicht mehr, meine Stimme ist schon fast weg", entschuldigte er sich. Aber bevor sich "Luftpost" vom Sommerfest verabschiedeten und noch am gleichen Abend nach Buxtehude zurückführen, gab es noch ein Lied von ihrem neuen Album, das sie zurzeit im Studio aufnehmen. Wer mehr von den Bands hören wollte, konnte am kleinen Merchandising-Stand die aktuellen CDs, T-Shirts und andere Andenken erstehen.
Auf die dritte und letzte Band hatten wohl die meisten der Zuhörer gewartet. "The Driftwood Fairytales" waren extra aus der Bundeshauptstadt Berlin zum Sommerfest gekommen und hatten Folk-Rock im Gepäck, dem zuzuhören sehr viel Spaß machte. Die vier Jungs lockten mit ihrer charmanten und lustigen Art nicht nur immer mehr Gäste vor die Bühne, sondern begeisterten auch mit ruhigen Songs, die Liedsänger "Zeki" alleine auf der Akustik-Gitarre performte.
Etwas traurig war dann auch das Publikum, als sich "The Driftwood Fairytales" nach ihrem letzten Song von der Bühne stahlen. Doch schnell hatten die DJs von "incognito music" ihre Turntables aufgebaut und brachten die Gäste mit Charts und Electro zum Tanzen. Selbst um 23 Uhr kamen immer noch neue Besucher auf den Campus, um bei "Light up the Night" dabei zu sein. Bis spät in die Nacht ging das ganze Event, bevor Raffaela Cannizzo vom Veranstaltungsteam mit ihren Kollegen die Bierhähne zudrehen, die Lichter ausschalten und nach einem sehr langen Tag nach Hause gehen konnte. "Viele hätten natürlich gerne noch durchgefeiert, aber das haben die Auflagen seitens der Stadt nicht zugelassen", sagt Cannizzo.
Aber die Mühe hat sich gelohnt. Seit August letzten Jahres hat das sechsköpfige Team geplant und vorbereitet. Auch wenn diese Zeit nicht immer einfach und ziemlich nervenaufreibend war, sind sie stolz auf ihre Leistung. "Es hat uns sehr großen Spaß mit allen gemacht! Es war ein schöner Abend mit Freunden, Bekannten und den "alten Gesichtern von früher". Aber ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer wäre das nicht möglich gewesen", erklärt die Studentin. Raffaela Cannizzo ist neben der Planung des Sommerfests derzeit mit ihrem Master im Studiengang "Integrales Bauen" beschäftigt.
Die Einnahmen vom Sommerfest landen dabei nicht in den Taschen der Studierenden. Jedes erwirtschaftete Plus wollen sie an einen gemeinnützigen Verein spenden, der sich um benachteiligte Kinder kümmert. Viel wichtiger ist ihnen, dass das Sommerfest überhaupt wieder stattfindet und die Tradition fortgesetzt wird. "Wir hoffen, dass sich auch im nächsten Jahr wieder ein paar Studierende finden, die das Ganze vorbereiten, denn wir werden dann alle nicht mehr an der FH sein." sagt Cannizzo. Mit dem Erfolg in diesem Jahr ist auf jeden Fall ein solider Grundstein dafür gelegt. "Vielleicht bietet das 50-jährige Jubiläum des Campus Minden im nächsten Jahr schon die nächste Gelegenheit für ein Open Air Festival", verrät Raffaela Cannizzo.