13.06.2013

„Einen Postdoc haben wir nicht so häufig an der FH“

Dr. Marcin Halicki beendet fünfmonatiges Postdoc-Stipendium und kehrt ins polnische Rzeszów zurück.

Bielefeld (fhb). Nach fünf Monaten in Bielefeld geht es morgen zurück ins polnische Rzeszów. Dr. Marcin Halicki hat an der Lehreinheit Wirtschaft der Fachhochschule Bielefeld einen Teil seines "Postdoc" absolviert. Nachdem er vor zehn Jahren bereits ein Semester lang an der FH Bielefeld studiert hat, ist er zum zweiten Mal an den Fachbereich gekommen, um hier zu zwei Projekten angewandte Kapitalmarktforschung zu betreiben. Seine Themen sind die "internationale Diversifizierung" und "internationale Anlagestrategien am Aktienmarkt". Möglich gemacht hat das die Städtefreundschaft zwischen Bielefeld  und Rzeszów, die lange Partnerschaft zur dortigen Universität und ein einsemestriges EU-Stipendium. Professor Dr. Andreas Uphaus hat Halicki in dieser Zeit betreut. Dekan Professor Dr. Uwe Rössler ist von dem Programm überzeugt: "Wir freuen uns, dass Marcin Halicki bei uns war, denn einen Postdoc haben wir nicht so oft an der FH".

Am 14. Januar hat Marcin Halicki sein Postdoc-Stipendium angetreten, um während des Sommersemesters am Fachbereich zu forschen, Vorlesungen auf Deutsch und Englisch zu besuchen und selber zu halten sowie das deutsche Hochschulsystem kennenzulernen. "In Polen läuft das alles ein wenig anders, denn bei uns gibt es in dem Sinne keine Fachhochschulen", erklärt Halicki. Auch die Lehre basiere in Polen hauptsächlich auf englischsprachiger Literatur, deutsche Bücher würden eigentlich nicht verwendet. Deshalb seien die Literaturforschungen für ihn sehr interessant gewesen, weil er einige sehr gute deutsche Bücher ausfindig machen konnte. "Das ist vielleicht das besondere an dem Postdoc-Stipendium, dass man in ein Land fährt, in dem es eine Kompetenz für das jeweilige Forschungsthema gibt und sich vor Ort ausgiebig damit beschäftigt", sagt Dekan Rössler.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand die "internationale Diversifizierung", "oder anders gesagt, wie kann man ein neues Produkt am Markt erfolgreich anbieten", erklärt der Postdoc. Sein zweites Thema die "internationale Anlagestrategien am Aktienmarkt" beschreibt Professor Uphaus so: "Das ist eine Vergleichsanalyse der unterschiedlichen Strategien und zeigt, warum man an dieses Gebiet besser mit einer internationalen Denkweise herangeht." Halicki hat beide Themen fast zum Abschluss gebracht und wird die Forschungen in Polen fortsetzen. Unter anderem ist das Voraussetzung des Stipendiums. "In erster Linie geht es um den Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Hochschulen. Marcin Halicki hat sich mit den unterschiedlichen Studiengängen am Fachbereich auseinandergesetzt und gelernt, wie man seminaristischen Unterricht gestalten kann", sagt Uphaus.

Am Freitag kehrt Halicki an seine Heimat-Universität in Rzeszów zurück, an der er als Dozent am Lehrstuhl für Regionalpolitik und Lebensmittelwirtschaft arbeitet. Außerdem schreibt er im Wirtschaftsteil der polnischen Zeitschrift "Horyzont Podkarpacki" über aktuelle Themen aus der Wirtschaft. "Meine Arbeit hier hat mir wieder einmal sehr gut gefallen und ich bedanke mich für die große Gastfreundlichkeit von allen Kollegen und Studierenden", verabschiedete sich Marcin Halicki.