23.08.2011

Neuer Zeitplan für die Einschreibung an der FH Bielefeld

Mit einem zeitlich neu strukturierten Ablauf der Einschreibung und vorausschauender Planung reagiert das Studierendensekretariat auf den zu erwartenden Bewerberansturm.

Bielefeld (fhb). Seit Ende Juni läuft die Einschreibphase für das Wintersemester 2011/2012 an der Fachhochschule (FH) Bielefeld. Wie alle Hochschulen der Region verzeichnet auch die FH Bielefeld höhere Bewerberzahlen als in den Vorjahren. Mit einem zeitlich neu strukturierten Ablauf der Einschreibung und vorausschauender Planung reagiert das Studierendensekretariat auf den zu erwartenden Ansturm.

Die hohen Bewerberzahlen überraschten Karin Meyring-Grote, Leiterin des Studierendensekretariats, nicht. Grund für den Ansturm seien nicht nur die doppelten Abiturjahrgänge und die Abschaffung der Wehrpflicht. „Wir haben festgestellt, dass sich die jungen Leute mehrfach bewerben. Das gab es zwar früher auch schon, aber nicht in diesen Dimensionen. Es ist heute keine Seltenheit mehr, Bewerbungen an zehn verschiedene Hochschulen zu verschicken.“ Nach Abschaffung der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) und der gescheiterten Einführung des Nachfolgemodells „hochschulstart.de“ gibt es für die Hochschulen derzeit keine Unterstützung bei der Bewältigung des Bewerberansturms.

Problematisch an den Mehrfachbewerbungen sei vor allem die fehlende Planungssicherheit. Insbesondere die Bewerberinnen und Bewerber mit einem sehr guten Notendurchschnitt oder einer sehr hohen Wartezeit erhalten an fast allen Hochschulen eine Zusage, können sich aber nur an einer Hochschule einschreiben. Demzufolge müssen die übrigen Hochschulen versuchen, die frei bleibenden Studienplätze durch aufwändige Nachrückverfahren zu besetzen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Fällen, in denen neu eingeschriebene Studierende  die Zusage einer anderen Hochschule erhalten und sich daraufhin entscheiden, dort zu studieren. Die Folge: eine Flut von Exmatrikulationen und Rückzahlungen des Semesterbeitrages. Zudem werden die Studienplätze wieder frei. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Studierendensekretariats ist dies ein Papierkrieg, der sich durch die Nachrückverfahren noch deutlich erhöht.

Vor allem in den fünfzehn Bachelor-Studiengängen ohne Numerus Clausus befürchten Frau Meyring-Grote und ihre Kolleginnen und Kollegen eine Zunahme der Exmatrikulationen noch vor Studienbeginn. „Viele bewerben sich für diese Studiengänge, obwohl sie nicht deren erste Wahl sind. Für diese Bewerber ist solch ein zulassungsfreier Studiengang lediglich eine sichere Alternative, falls die Abiturnote fürs Wunsch-Studium nicht ausreicht.“

Der Planungsunsicherheit in den zulassungsfreien Studiengängen versucht die FH Bielefeld zu entgehen, indem sie für NC-freie Studiengänge zwei Termine für die Einschreibung anbietet. So schrieben sich von Ende Juni bis Anfang Juli diejenigen ein, die den Studienplatz auf jeden Fall annehmen möchten. Diejenigen, die im zulassungsfreien Studium nur eine Alternativlösung sehen, nutzen die zweite Einschreibphase von Mitte bis Ende August. „Bis dahin sind die Zulassungen und Absagen anderer Hochschulen verschickt. Es werden sich also deutlich weniger Bewerber bei uns einschreiben, die nur auf Nummer sicher gehen wollen.“

Der Plan scheint aufzugehen. Sowohl die Einschreibzahlen als auch die Exmatrikulationen in den zulassungsfreien Studiengängen unterscheiden sich bisher laut Meyring-Grote kaum von denen im Vorjahr. Täglich kommen 40 bis 60 Bewerber zur Einschreibung ins Studierendensekretariat der FH Bielefeld. Drei bis vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überprüfen die Daten, welche die Bewerber zuvor bei der Online-Anmeldung hinterlegt haben, und kontrollieren Unterlagen wie das Schulabschlusszeugnis und die Krankenversicherungsbescheinigung. „Bisher läuft alles reibungslos ab. Wirklich überrascht hat uns nur die erste Augustwoche. Da kamen rund 100 Bewerberinnen und Bewerber pro Tag. Die standen kurzzeitig bis draußen. Das war Arbeit im Akkord“, erzählt Frau Meyring-Grote.

Grund für den problemlosen Ablauf der Einschreibung waren und sind auch die regelmäßigen Besprechungen im Studierendensekretariat. „Dann setzen wir uns zusammen und reden über die aktuellen Zahlen. Wie viele Plätze sind besetzt, wie viele sind frei, wie viele Nachrückkandidaten lassen wir zu und so weiter.“ Nachrückzahlen werden zudem mit Professor Friedrich Biegler-König, Vizepräsident für Planung und Infrastruktur, und in einigen Fällen auch mit dem Dekan des betreffenden Fachbereichs abgestimmt.

Nach zwei bis drei Nachrückrunden sollen bis zum Vorlesungsbeginn am 19. September alle Studienplätze besetzt sein. Zu diesem Zeitpunkt noch verfügbare Studienplätze werden im Losverfahren vergeben. Diese Woche beginnt unter anderem die Einschreibung für die Masterstudiengänge. Auch die ersten Nachrücker können sich einen Studienplatz an der FH Bielefeld sichern.

Weitere Informationen erteilen die Zentrale Studienberatung und das Studierendensekretariat.