05.05.2006

Gewinne durch verbesserte Organisation

Bauunternehmen Hauphoff in Verl arbeitet mit der FH Bielefeld zusammen - Diplomarbeit zum Thema Generationswechsel.

In der Bauunternehmung Hauphoff GmbH aus Verl kam die Wende im Jahr 2001. Michael Hauphoff, Sohn des Firmengründers, trat in den Betrieb ein und krempelte gemeinsam mit seinem Vater Josef die Ärmel hoch. Der Betrieb sollte umgestellt werden: weg vom schlüsselfertigen Bauen, hin zur Erstellung von Rohbauten. Michael, Maurermeister und Betriebswirt des Handwerks, ging analytisch mit seiner neuen Situation als Betriebsleiter um und begann, jeden Posten nachzuhalten. Denn in der Baubranche wehte ein kräftiger Gegenwind. Auf der Vollversammlung der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld hörte er einen Vortrag von Professorin Beate Rennen-Allhoff, Rektorin der Fachhochschule (FH) Bielefeld. Sie warb für den Technologietransfer, eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft, von der beide Seiten profitieren.

Eine Variante des Wissenstransfers besteht darin, dass Diplomanden ihre Abschlussarbeiten in Handwerksunternehmen schreiben und in die Aufgabenstellung Belange aufgenommen werden, die für den Betrieb interessant sind. Bauunternehmer Hauphoff kam in Kontakt mit Matthias Gößmann, Absolvent des Studienganges Projektmanagement Bau bei Professor Uwe Frerichs. Beide entschlossen sich, zusammen zu arbeiten. In seiner Diplomarbeit "Strategien zur Neuausrichtung eines mittelständischen Bauunternehmens unter Berücksichtigung des Generationswechsels" analysierte Gößmann die Situation des Betriebes und bestätigte Josef und Michael Hauphoff auf ihrem neuen Weg. Er zeigte unterschiedliche Strategien auf, auf die Vater und Sohn zurückgreifen können. Theoretisch könnten sie noch als Generalunternehmer, als Franchisenehmer oder Generalübernehmer auftreten. Das Für und Wider der verschiedenen Möglichkeiten wurde untersucht, das Wissen steht dem Unternehmen Hauphoff jederzeit zur Verfügung, wenn eine Neuausrichtung gewünscht wird.

Die Zusammenarbeit mit Matthias Gößmann setzt sich auch nach seiner erfolgreichen Abschlussarbeit fort. Der Diplom-Ingenieur absolviert derzeit ein Aufbaustudium zum Wirtschaftsingenieur und führt parallel dazu gemeinsam mit Michael Hauphoff ein Qualitätsmanagementsystem in das Bauunternehmen ein. Inzwischen arbeiten 15 Mitarbeiter fest im Betrieb, zehn weitere erledigen regelmäßig Auftragsarbeiten. Nach einer theoretischen Beschreibung aller Arbeitsvorgänge erarbeiten die beiden Checklisten für die Auftragsabwicklung.

Ziel dabei ist es, die Unternehmens- und insbesondere die Baustellenorganisation zu optimieren, Arbeitszeit einzusparen und möglichst viele Fehlerquellen auszuschalten. "Im Falle von Urlaub oder Krankheit können die Kollegen anhand der Checklisten jederzeit füreinander einspringen", erklärt Michael Hauphoff. Durch den Informationstext zum Thema "Notfallplan erstellen" im Deutschen Handwerksblatt und im Newsletter, sei er auf die Idee gekommen. Am Ende der Einführung des Qualitätsmanagementsystems soll ein Handbuch stehen, in das jederzeit Einsicht genommen werden kann. Verändern sich Arbeitsabläufe wird das im Handbuch vermerkt werden, damit die Aufzeichnungen immer auf dem aktuellsten Stand sind. Michael Hauphoff hatte zuvor schon Palmgeräte angeschafft, die die Poliere mit auf die Baustellen nehmen. Gleich vor Ort werden die Stundenzahlen eingegeben, damit entfällt die Zettelwirtschaft im Büro. Gleichzeitig spornt das elektronische Gerät in der Größe eines Mobiltelefons die Mitarbeiter an, ihre Arbeitsweise zu optimieren, um gute Werte zu erreichen. Die Hauphoffs denken jetzt über die Einführung eines Prämiensystems nach, um eine weitere Motivation zu schaffen. "Natürlich haben wir unseren Mitarbeitern auch stets das beste Werkzeug zur Verfügung gestellt, damit sie vernünftig arbeiten können", fügt Josef Hauphoff an. Sohn Michael hat zwischenzeitlich noch eine Ausbildung zum Gebäudeenergieberater im Handwerksbildungszentrum Bielefeld absolviert. Beide blicken optimistisch in die Zukunft, auch die anstehende Mehrwertsteuererhöhung bereitet ihnen wenig Sorgen. "Wenn das Rad erst einmal vorwärts rollt, dann rollt es", erklärt Josef Hauphoff.

Veröffentlichung Text und Foto mit freundlicher Genehmigung der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld.