Der Mindener Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen der FH Bielefeld rief - und alle kamen: Gleich sechs bundesweit etablierte, selbstständige Planer nutzten die Alumni-Auftaktveranstaltung in Minden zu einem Besuch des Ausbildungsortes, an dem ihre beruflichen Karrieren begannen. Vor dem Vergnügen eines abendlichen Restaurant-Besuches gaben die Ehrengäste in Vorträgen Auskunft über ihren beruflichen Werdegang und den Weg vom FH-Absolventen zum Büroinhaber. Die anwesenden Studierenden, Gäste sowie ehemalige und gegenwärtige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs waren mit dem prall gefüllten Vortragsnachmittag sehr zufrieden. Die Auftaktreihe dient dem Aufbau eines dauerhaften Netzwerkes und fördert den Kontakt zum Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen. Eine Nachfolgeveranstaltung für das nächste Jahr ist geplant.
Architekt Michael Pappert aus Bielefeld machte den Anfang der Vortragsreihe. Er gab Einblick in die Arbeitsweise seines Büros, das sich speziell im Bereich des alten- und behindertengerechten Bauens einen Namen gemacht hat. Malte Diers aus Hannover illustrierte in Hinblick auf die speziellen Interessen der anwesenden Studierenden, die er als Lehrbeauftragter der FH kennt, seine Biografie als Architekt anhand der für ihn maßgeblichen Orte, Themen und Motive, denen er, und die ihm seit dem Studium begegneten. Vollblutplaner Richard Dörner schloss mit einer Dia-Serie eigener Projekte und einem sehr persönlichen Abriss seines Werdegangs an, der ihn aus Hessen über Ostwestfalen in die Hansestadt Hamburg geführt hat. Ähnlich erging es Architekt Thomas Fischer, der, aus Bayern kommend, nunmehr in Kassel mit einem Partner ein Büro leitet und aufzeigen konnte, wie sich auch aus kleinen und teils theoretischen Projekten ein gut laufendes Büro mit zweistelliger Mitarbeiterzahl entwickeln kann.
Mit dem Tragwerksplaner Thorsten Helbig kam ein Vertreter der Bauingenieure zu Wort. Helbig arbeitete nach seinem Studium beim Stuttgarter »Brückenbau-Papst« Jörg Schlaich (Erbauer der Mindener Fußgängerbrücke), um sich dort mit einem Kollegen selbstständig zu machen. Das Büro zählt zwei Dutzend Mitarbeiter, und sein gut gelaunter Vortrag hinterließ keinerlei Zweifel, warum der Ex-Mindener mit seinem Ingenieurbüro inzwischen zur ersten Garde in Deutschland zählt. Volker Halbach schließlich, einer von vier Teilhabern der Hamburger Architekturgruppe blauraum, rundete den Tag mit teils nachdenklichen, teils humorvollen Reflexionen zum Wollen und Werden des Architektendaseins und der zugehörigen Verantwortung ab.