02.12.2013

Fliegende Stahlkugeln bei der Absolventenfeier

162 Bachelor- und Master-Studierende vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik verabschiedet. Alexander Werner und Simon Kleffmann mit Menzel-Preis ausgezeichnet.

Bielefeld (fhb). Mit einer Urkunde ausgestattet und dem Ingenieurstitel in der Tasche, verließen 162 frischgebackene Bachelor- und Masterabsolventen das Audimax. Rund 400 Gäste waren der Einladung zur Absolventenverabschiedung des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) am Freitag, 29. Dezember, gefolgt. Bei orientalisch rasanter Musik und fliegenden Stahlkugeln der "Event-Physik" der Universität Paderborn, gab Dekan Professor Dr. Lothar Budde den Absolventen "die besten Wünsche mit auf den zukünftigen Weg und für den Start ins Berufsleben". Zusätzlich zum bestandenen Bachelor in Produktentwicklung und Mechatronik freute sich Alexander Werner (24) über die Verleihung des MENZEL-Preises. Er hat sein Studium mit der Note 1,28 als bester Absolvent in diesem Jahr abgeschlossen und wird dafür mit dem Preis der MENZEL-Stiftung (Bielefeld) ausgezeichnet. Preisgeld: 1.300 Euro.

Über 3.000 Studierende zählt der Fachbereich an der Wilhelm-Bertelsmann-Straße zurzeit. "Das ist sehr eng und ihre Studienjahre waren äußerst markante Jahre für die Hochschule", richtete sich Vizepräsident Professor Dr. Friedrich Biegler-König an die Absolventen. Trotz voller Hörsäle seien die Studierenden am Fachbereich sehr zufrieden. "Mathematiker und Ingenieure sind nach wie vor sehr gefragt", gratulierte Biegler-König. Zum ersten Mal wurden Absolventen des Verbundstudienganges Maschinenbau verabschiedet. 10 Studierende haben sich den Bachelor-Abschluss neben dem Beruf in neun Semestern und hauptsächlich am Wochenende erarbeitet.
Als besonderer Gast war der ehemalige Student und Innovationspreisträger des Fachbereichs Cemalettin Özer eingeladen worden, der 1996 sein Diplom in Elektrotechnik gemacht hat und ein wenig über seinen Werdegang berichtete. Mittlerweile ist er selbstständig und Geschäftsführer von MOZAIK, einer gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote. "In meiner ersten Vorlesung hier am Fachbereich sagte unser Professor zu uns 'ihr seid alle Konkurrenten', aber ich sehe das nicht so. Nutzt die Kontakte, die ihr hier im Studium zu euren Kommilitonen und Professoren geknüpft hat. Die sind sehr wichtig", appellierte Özer.

Nach der Urkundenübergabe stand dann noch die Verleihung des MENZEL-Preises auf dem Programm. Der beste Absolvent und der beste Student aus dem Grundstudium wurden geehrt. Alexander Werner ist Bielefelder und hat sich nach dem Realschulabschluss erst zu einer Ausbildung zum Mechatroniker bei Miele entschieden. Die konnte er wegen seiner guten Leistungen verkürzen und im Sommer 2009 abschließen. Nebenbei macht er noch sein Fachabitur nach. So konnte er zum Wintersemester 2009 an der FH Bielefeld mit Produktentwicklung und Mechatronik anfangen. Das geforderte Praxissemester wickelte er beim früheren Ausbilder Miele ab. Sein Studium hat er im Wintersemester 2012/2013 zu Ende gebracht und zwar mit sehr guten Ergebnissen und einer Endnote von 1,28. Danach ging es für ihn aber nicht ins Berufsleben. Er ist der FH treu geblieben und studiert seitdem im Master Optimierung und Simulation. Damit wird er wahrscheinlich im Herbst 2014 fertig sein, und dann soll es für ihn in die Industrie gehen.

Zudem verlieh die Stiftung einen weiteren Preis an den Studierenden, der das Grundstudium mit der besten Note abgeschlossen hat: Simon Kleffmann (26). Er ist gestandener Ostwestfale, stammt aus Lübbecke, hat zuerst eine Ausbildung zum Fachinformatiker bei der Telekom gemacht, hat bereits dreieinhalb Jahre gearbeitet und sich dann noch für ein Studium der Ingenieurinformatik an der FH Bielefeld entschlossen. Nach dem zweiten Semester hat er das Grundstudium als Jahrgangsbester mit der Note 1,09 abgeschlossen. Auch Kleffmann bekommt ein Preisgeld von 1.300 Euro.

Der MENZEL-Preis wurde zum vierten Mal in Kooperation mit der Gesellschaft der Förderer, Freunde und Ehemaligen der Ingenieurausbildung der Fachhochschule Bielefeld e.V (GFFE e. V.) verliehen. Die MENZEL-Stiftung verfolgt unter anderem das Ziel, den technischen Nachwuchs in OWL zu fördern. Sie honoriert "sehr gute Leistungen der Studierenden und möchte zu einem konzentrierten, intensiven und zügigen Studium motivieren", heißt es im Ausschreibungstext. Berücksichtigt werden die Absolventen aus den Studiengängen Maschinenbau, Produktions- und Kunststofftechnik, Produktentwicklung und Mechatronik, Elektrotechnik, Informationstechnik und Regenerative Energien.

Als besonderer Showact war die "Event-Physik" der Uni Paderborn eingeladen worden. Die entfachte mit ihren physikalischen Versuchen nicht nur einen spektakulären Wirbelsturm aus Feuer, sondern ließen auch eine Stahlkugel und ein zehn Kilogramm schweres Eisengewicht allein durch die Kraft von gefrorenem Wasser durch die Luft fliegen.