09.12.2013

Gestaltungsräume für die Pflege

Studierende der Gesundheits- und Krankenpflege beim 4. Hochschultag der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft.

"Gestaltungsräume für die Pflege" war das Motto des diesjährigen Hochschultags der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP), der am 29. November in der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld-Bethel stattfand.

45 Studierende des dualen Bachelorstudiengangs "Gesundheits- und Krankenpflege" der Fachhochschule (FH) Bielefeld nahmen in Begleitung von Professorin Dr. Änne-Dörte Latteck, Professor Dr. Norbert Seidl und Professorin Dr. Irene Müller vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit daran teil. Die Studentinnen Sarina Stockmann und Katharina Seidel, beide im fünften Semester, stellten ihre Projekte vor, die sie in den Praxisphasen erarbeitet haben. Diese sollten vor allem "klientenzentriert" sein, das heißt, dass sowohl Patienten als auch das Pflegepersonal von den Ergebnissen profitieren sollten. "Wir haben Themen ausgesucht, die direkt aus der Pflegepraxis kommen, damit das neue Wissen auch wieder in die Praxis zurückfließt", erklärt Professorin Müller die Herangehensweise.

Sarina Stockmann hat in ihrem Projekt herausgefunden, dass Schwarztee-Auflagen den extremen Juckreiz bei Dialysepatienten lindern können. "Im Gespräch mit den Patienten hat mir einer gesagt, dass 'der Juckreiz schlimmer als jeder vorstellbare Schmerz ist' und dass er deswegen schon Suizidgedanken hatte", sagt Stockmann. Zu dem Leidensdruck der Patienten komme oft die Hilflosigkeit der Pflegerinnen und Pfleger, da es auch hier keine einheitlichen Absprachen zur Abhilfe gebe. Bei nur sechs Anwendungstagen und einer Anwendungsdauer von lediglich fünf bis zehn Minuten pro Tag konnte sie bei den vier Testpersonen den Juckreiz wesentlich lindern.

Katharina Seidel hat in ihrem Projekt "Multimodale rheumatologische Komplexbehandlung" die Perspektive der Patienten hinsichtlich der Patientenzufriedenheit dargestellt.

"Durch diese studentischen Projekte werden den professionell Pflegenden neue Handlungs- und Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung gestellt und der Theorie-Praxistransfer ermöglicht", so Müller.

Die Studentinnen haben ihre Projekte auf einem Poster dargestellt, das von einem Gutachterteam im Peer-Review-Verfahren positiv beurteilt wurde. Die Poster sind somit die erste wissenschaftliche Publikation der beiden Studentinnen.

Das duale Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege besteht aus einer engen Vernetzung zwischen Hochschule und Kooperationspartnern, bei denen die Studierenden ihren praktischen Ausbildungsanteil des Studiums erhalten. Am Standort Minden arbeitet die FH Bielefeld mit den Mühlenkreiskliniken zusammen, am Standort Bielefeld mit der Zentralen Akademie für Berufe im Gesundheitswesen in Gütersloh.

Die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP) dient als wissenschaftliche Fachgesellschaft der Förderung und Weiterentwicklung der Pflegewissenschaft. Sie wurde 1989 gegründet und versteht sich im Konzert der wissenschaftlichen Disziplinen und in gesellschaftlichen Diskussionen als das Sprachrohr der Pflegewissenschaft.