26.06.2013

Grünes Licht für Neubau auf dem Campus Minden

Das Land Nordrhein-Westfalen genehmigt Neubau mit Mensa, Bibliothek, Laboren, Büros und Arbeitsräumen für den Fachbereich Technik. Das Bauvorhaben ist ein gemeinsames Projekt des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW und der Fachhochschule (FH) Bielefeld.

Minden (fhb). Im Rahmen des Ausbauprogramms der Fachhochschulen in NRW erhielt die FH Bielefeld im Jahr 2008 den Zuschlag, 500 zusätzliche Studienplätze an ihrem Standort Minden zu schaffen. Das Soll wurde bereits erfüllt, die Fachhochschule geht davon aus, dass sie bis 2015 insgesamt 700 zusätzliche Studienplätze schaffen wird.

Durch die stetig steigenden Studierendenzahlen ist ein zusätzlicher Flächenbedarf in Minden entstanden. Durch den Bauherrn, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, wurden gemeinsam mit der Fachhochschule Konzepte und Varianten erarbeitet, wie der Mehrflächenbedarf in einem Neubau realisiert werden kann. Aufgrund der denkmalpflegerischen Anforderungen, den Campus möglichst frei zu halten, wurden neue Flächen bereits in dem angemieteten Offiziershaus und anderen Bereichen der bestehenden FH untergebracht und darüber hinaus ein Neubau mit vier Geschossen und einer Hauptnutzfläche von rund 3.000 Quadratmetern geplant. Auf diesen neu zu errichtenden Flächen sollen die neue Campus-Mensa, die Campus-Bibliothek und Flächen für den Fachbereich Technik untergebtacht werden.

Die neue Campus-Mensa mit einer Kapazität von rund 230 Sitzplätzen wird im Erdgeschoss realisiert. Hier können täglich bis zu 920 Mahlzeiten ausgegeben werden. Eine Besonderheit des Gebäudes ist der überdachte Innenhof, in dem sich im ersten Obergeschoss der Lesebereich der neuen Bibliothek befindet. Die Nutzfläche der Bibliothek beträgt rund 500 Quadratmeter. In den Obergeschossen zwei und drei befinden sich zukünftig Büros, der Praktikumsbereich sowie Besprechungs- und Lehrräume des Fachbereichs Technik.

Um mittelfristig Energiekosten einzusparen, ist zusätzlich zur Gas- und Abwärmenutzung die Nutzung geothermischen Energiepotentials vorgesehen. Durch die Geothermie wird die so genannte Bauteilaktivierung im Gebäude ermöglicht. Die Wärme kann damit im Winter über die Fußbodenheizung im Speisesaal und in der Bibliothek genutzt werden. Im Sommer werden die Räume über die Bauteilaktivierung gekühlt.

Eine weitere Besonderheit ist die Gebäudeautomation. "Intelligente Gebäudetechnologien sind ein Schwerpunktthema in Lehre und Forschung auf dem Campus Minden. Deshalb bauen wir ein intelligentes Gebäude, das zugleich auch Forschungsobjekt sein kann", weiß Professor Dr. Friedrich Biegler-König, Vizepräsident für Planung und Infrastruktur der FH Bielefeld. Es gebe deutschlandweit derzeit nur ein weiteres Hochschulgebäude, in dem so viel "Intelligenz stecke", berichtet Silke Wehmeier, projektverantwortliche Architektin des BLB. Für die Geothermie und die Gebäudeautomation zahle die FH einen Eigenbeitrag in Höhe von etwa einer Million Euro. "Die Investition wollen wir in einigen Jahren durch Einsparungen bei den Bewirtschaftungskosten wieder rausholen", ist sich Biegler-König sicher.

Die ersten Ausschreibungen für den Bau laufen bereits, die Aufträge sollen laut BLB möglichst an mittelständische Unternehmen gehen. "Die Rohbauarbeiten beginnen im September. Wir hoffen, dass wir im November die Grundsteinlegung feiern können", berichtet Matthias Cramer, Abteilungsleiter Assetmanagement beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Im Frühjahr 2015 soll das Gebäude fertiggestellt sein.

Da das neue Gebäude auf den jetzigen PKW-Stellplätzen entsteht, hat die Fachhochschule in der nahe gelegenen Drabertstraße zusätzliche Parkplätze angemietet.

 

 

Das viergeschossige Gebäude wird eine Grundfläche von 41 mal 33 Meter haben und gut 17 Meter hoch sein. Damit liegt es unter der Firsthöhe des Hauptgebäudes. Das Investitionsvolumen beträgt rund 14 Millionen Euro.