08.06.2006

OWL-Hochschulen gründen "Studienfonds OWL": "Wir machen Ihr Studium möglich"

Die fünf großen staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe haben sich zusammengetan und einen Verein gegründet: "Studienfonds OWL". Er wurde Anfang der Woche in der Musikhochschule in Detmold gegründet.

"Unsere Vereinsgründung ist einmalig im Bundesgebiet. Wir hoffen, mit dem Studienfonds die Region noch bekannter und attraktiver zu machen", so Professor Dr. Nikolaus Risch, Rektor der Universität Paderborn und Vorsitzender des "Studienfonds OWL". Sein Stellvertreter ist Professor Tilmann Fischer, Rektor der Fachhochschule Lippe und Höxter. Weitere Gründungsmitglieder: Rektorin Professorin Dr. Beate Rennen-Allhoff (Fachhochschule Bielefeld), Rektor Professor Dr. Dieter Timmermann (Universität Bielefeld), Rektor Professor Martin Christian Vogel (Musikhochschule Detmold), Professor Dr. Reiner Körfer (Herzchirurg aus Bad Oeynhausen), Professor Dr. Klaus Töpfer (langjähriger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen) und Volker Zerbe (Handballer des TBV Lemgo und ehemaliger Nationalspieler).


Die Studienfonds-Idee entstand in Zeiten knapper öffentlicher Kassen und zeitnah zur Einführung von Studiengebühren an den nordrhein-westfälischen Hochschulen. "Niemand soll wegen seiner sozialen Herkunft oder aus finanziellen Gründen vom Studieren abgehalten werden", so Risch. Wer leistungsbereit und leistungsfähig sei, solle an OWL-Hochschulen studieren können. Angesprochen werden vor allem auch ausländische Studierende, die weder BAföG erhalten noch auf die finanzielle Unterstützung durch die eigens dafür eingerichtete NRW.Bank hoffen dürfen.

Das Förderkonzept des Studienfonds OWL umfasst die drei Säulen der Studienförderung und Studienfinanzierung:

´Stipendien
Der Studienfonds OWL wirbt Spenden von privaten Förderern, Alumni, Institutionen und Arbeitgebern ein und finanziert damit Stipendien, die die Studiengebühren für ein Semester, ein Studienjahr oder ein gesamtes Studium abdecken.

Praxischecks der Wirtschaft
Der Studienfonds OWL beabsichtigt, ein Praxisscheckmodell zu etablieren, in dem Unternehmen für ein Semester/Studienjahr/Studium die Studienbeiträge für Studierende übernehmen. Durch die gleichzeitige Bereitstellung von Praktika wird der Kontakt zwischen Studierenden und Wirtschaft intensiviert und die Berufschancen der Studierenden werden positiv beeinflusst.

Studienförderliche Jobs
Die Hochschulen finanzieren über die Einnahmen aus den Studienbeiträgen Jobs, z.B. als Mentoren/Tutoren und Teaching-Assistents, die die Qualität der Lehre verbessern und Studierende in besonderer Weise studienfachnah qualifizieren sollen.

Alsbald soll ein Geschäftsführer eingestellt werden. Dessen Hauptaufgabe dürfte zunächst im Fundraising, dem offensiven Werben um die gute Sache liegen. Rektor Risch sieht ein gutes Vorbild in den USA. Hier sei das Spenden für die Hochschule selbstverständlich, eine Geber-Kultur, die sich in Deutschland nur langsam entwickelt.

Die Höhe die erhofften Einnahmen für den Studienfonds OWL konnten oder wollten die Rektoren nicht beziffern. Immerhin diese Prognose wagte Risch: fünf Prozent der rund 45.000 Studierenden in OWL sollen vom Studienfonds profitieren. "Wir machen Ihr Studium möglich", lautet deshalb die Botschaft im Internet und auf Flyern.

web http://www.studienfonds-owl.de/