03.12.2001

Einzigartige bundesdeutsche Studierenden-Initiative

Studentengruppe Energiepioniere baut eigenes Windkraftwerk.

Dass Klima- und Ressourcenschutz notwendiger sind als je zuvor, wurde dieser Tage wieder einmal deutlich. Auch Kritiker, die dies alles nicht wahrhaben wollen, müssten jetzt verstummen, seit dem endgültig feststeht: Die Südseeinsel Tuvalu wird im Meer versinken, 11.000 Einwohner müssen unwiderruflich evakuiert werden. Sie gehören zu den ersten Opfern der bevorstehenden Klimakatastrophe. Schnelle Lösungen sind gefragt! Neben Energiesparen ist besonders der Ausbau der unerschöpflichen Energiequellen wie Sonnenenergie die Option der Stunde. Nur wie die Probleme lösen, wenn es zwar viele Ideen, aber viel zu wenig Fachleute gibt? "Es fehlen in Deutschland Tausende von Ingenieuren, ganz zu schweigen von Spezialisten für den schnell wachsenden Wirtschaftsbereich Regenerative Energien", so Professor Dr.-Ing. Rolf Schwarze, der am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Bielefeld das Lehrgebiet Regenerative Energien und Energiewirtschaft vertritt.

Die FH Bielefeld hat deshalb das Thema "Regenerative Energien", das auch in der Region Ostwestfalen-Lippe eine herausragende Rolle spielt, bereits 1995 aufgegriffen und bietet seitdem als eine von nur vier bundesdeutschen Hochschulen die Vertiefungsrichtung "Regenerative Energien" im Rahmen des Studiengangs Elektrotechnik an. Die aus dem gesamten Bundesgebiet kommenden Studierenden engagieren sich nicht nur für einen zukunftsträchtigen Berufsabschluss, sondern sie sind auch "Überzeugungstäter" in Sachen Klima- und Ressourcenschutz. Der studentische Arbeitskreis Energiepioniere ist ein gutes Beispiel dafür. Gemeinsam mit Professor Dr. Schwarze bearbeiten sie Projekte, die weit über das notwendige Engagement für einen erfolgreichen Abschluss hinausgehen, wie z.B. der Aufbau eines Kontaktnetzes zu anderen Hochschulen sowie Politik und Wirtschaft, die Unterstützung des Ausbaues des neuen Studienangebotes und die Planung und Umsetzung von "Energieprojekten". Besonders die Errichtung zweier Versuchs- und Demonstrations-Windkraftanlagen sowie einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes der Fachbereiche Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Maschinenbau an der Wilhelm-Bertelsmann-Straße sind weithin sichtbare Symbole für die Energiezukunft.

Die Umsetzung der Energieprojekte motivierte die europäische Umweltpolitikerin aus Ostwestfalen-Lippe, Mechtild Rothe, nach Bielefeld zu kommen, um gemeinsam mit Professorin Dr. Rennen-Allhoff, Rektorin der FH Bielefeld, die Versuchs- und Demonstrations-Windkraftanlagen in Betrieb zu nehmen.

Zur Erinnerung: Mechtild Rothe gelang in diesem Sommer, Rat und Parlament von einer europäischen Einspeise- und Vergütungsregelung für Strom aus erneuerbaren Energien zu überzeugen, die im Oktober 2001 verabschiedet wurde.

Kontakt:
Professor Dr.-Ing. Rolf Schwarze
Fachhochschule Bielefeld
Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik
Wilhelm-Bertelsmann-Straße 10
33602 Bielefeld
fon 0521.106-72 83
fax 0521.106-71 50
e-mail rolf.schwarze@fh-bielefeld.de
web www.energiepioniere.de/