21.04.2008

Hannover Messe FH Bielefeld stellt Neuheit vor: Hochdynamischer Gravitationsbeobachter

Die Fachhochschule (FH) Bielefeld ist in diesem Jahr wieder auf der Hannover Messe, die heute ihre Türen bis zum 25. April öffnet, auf dem Innovationsstand Nordrhein-Westfalen (Halle 2, Stand C 38) vertreten.

Professor Dr.-Ing. Klaus Hofer, der am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik die Lehrgebiete Antriebsregelungen, Elektrofahrzeuge, Moderne Leistungselektronik und Antriebe sowie Regelungstechnik und Leistungselektronik vertritt, stellt seine Neuentwicklung Hochdynamischer Gravitationsbeobachter vor. Der im Labor für Leistungselektronik und Antriebstechnikentwickelte Graviationsbeobachter liefert innerhalb von wenigen Millisekunden einen Schätzwert des Neigungswinkels, mit dem sich zum Beispiel aufrecht stehende Fahrzeuge automatisch ausbalancieren lassen. Innovative Einsatzgebiete für hochdynamische Gravitationsbeobachter finden sich in Stabilisierungssystemen für Schiffe, Unterseeboote, Hubschrauber, Panzergeschütze, Baggergreifer, Kraftfahrzeuge und bewegte Filmkameras.

Hierzu schreibt der international bekannte Forscher und Autor mehrere Fachbücher: "Wegen ihrer massebedingten Reaktionszeiten im Sekundenbereich scheiden Gravitationssensoren für die schnelle Bestimmung der Neigung aus der Senkrechten von vorne herein aus. Hinzu kommt, dass die auf dem Markt verfügbaren Gravitationschips, wie Thermosensoren, Flüssigkeitssensoren und Crashsensoren nicht nur auf die Schwerkraft der Erde, sondern auf jede Art von Beschleunigungskräften reagieren. Dies führt bei der Bestimmung der Schwerpunktlage von bewegten Fahrzeugen, Kamerasystemen, Panzergeschützen, Wasserfahrzeugen, Baggergreifern, Roboterwesen und Fluggeräten zu unbrauchbaren Messergebnissen. Einen Ausweg aus dieser Messproblematik liefert ein an der FH Bielefeld entwickelter Gravitationsbeobachter, welcher über ein Bewegungsmodell des Fahrzeugs innerhalb von wenigen Millisekunden einen genauen Schätzwert der Schwerpunktlage liefert. Das Eingangssignal des Beobachters bildet ein chipgroßer Kreiselsensor (Piezokreisel, Federmassekreisel) mit hoher Grenzfrequenz, der für die dynamische Genauigkeit sorgt."