Anke Gräfe und Robert Cholodetzky haben vieles gemeinsam. Beide sind jung, beide haben an der Fachhochschule (FH) Bielefeld Elektrotechnik in neuen Studienschwerpunkten studiert und ihre Ausbildung mit dem Ingenieurdiplom abgeschlossen, beide haben den gleichen Arbeitgeber - die Stadtwerke Bielefeld. Und beide sind sich einig: "Beim Übergang von der Hochschule ins Arbeitsleben hat es keinen Praxisschock für uns gegeben. Unser sehr praxisnahes Studium hat uns bestens auf das Berufsleben vorbereitet."
Anke Gräfe (24) arbeitet seit Herbst 2002 im Bereich Stromhandel der Stadtwerke Bielefeld. Zu ihren Aufgaben gehört die Zusammenarbeit mit dem Vertrieb bei der Erstellung von Strompreisangeboten, aber auch die Marktbeobachtung und das Mitwirken beim Stromein- bzw. -verkauf. Ausgebildet wurde Anke Gräfe an der FH Bielefeld im Studiengang Elektrotechnik. Dort hat sie sich auf den energiewirtschaftlichen Schwerpunkt "Energiemarketing und -beratung" konzentriert. Dieser Studienschwerpunkt war Ende der 90er Jahre, als sie das Studium aufnahm, noch neu. "Bei uns haben überwiegend Frauen studiert," erzählt Anke Gräfe. "Was für die Elektrotechnik ganz ungewöhnlich ist. Da der Studienschwerpunkt damals neu war, waren wir auch noch nicht sehr viele Studierende. Dadurch konnten unsere Professoren uns sehr intensiv betreuen."
Hiervon und auch von der Regel, dass die Studierenden verbindlich ein Praxissemester absolvieren müssen, profitierte Anke Gräfe genauso wie Robert Cholodetzky beim Übergang in das Berufsleben. Während Gräfe sich an der Fachhochschule verstärkt mit energiewirtschaftlichen Themen beschäftigt hatte, war Cholodetzkys Studienschwerpunkt der Bereich "Regenerative Energien". Auch in dieser ebenfalls neuen Studienrichtung war das Verhältnis Lehrende - Studierende optimal.
Robert Cholodetzky: "Teilweise hatte ich Lehrveranstaltungen mit nur drei bis vier anderen Studenten. So konnte ich intensiv studieren, auch die Themen im Studienschwerpunkt waren hoch interessant. Die regenerativen Energien werden für die künftige Energieversorgung noch eine große Bedeutung bekommen. Ich fand und finde es faszinierend, mich mit diesem wichtigen Thema intensiv zu beschäftigen." Robert Cholodetzky (30) arbeitet seit Sommer 2001 bei den Stadtwerken Bielefeld. Sein Einsatzort ist das Beratungszentrum "Haus der Technik" (HdT), wo er Gewerbekunden betreut und in der Beratung tätig ist. Sein spezieller Schwerpunkt ist dabei die Wärmepumpentechnik. Hierüber berät er die Kunden sowohl in technischer wie in finanzieller Hinsicht, denn wer eine Wärmepumpe einbaut, kann finanzielle Unterstützung sowohl von Bund und Land als auch von den Stadtwerken Bielefeld bekommen.
Friedhelm Rieke, der als Geschäftsbereichsleiter Markt & Kunde Vorgesetzter sowohl von Anke Gräfe als auch von Robert Cholodetzky ist, bestätigt die Einschätzung seiner beiden noch recht neuen Mitarbeiter: "Beide haben sich mit ihren heutigen Arbeitsschwerpunkten im Studium nicht intensiv befasst. Dies liegt zum Teil daran, wie im Bereich Stromhandel, dass dieses Arbeitsfeld noch sehr neu ist. Beide waren aufgrund ihrer praxisnahen und zukunftsgewandten Ausbildung im Fachbereich Elektrotechnik aber ohne weiteres in der Lage, sich bei uns schnell einzuarbeiten. Die Mischung aus traditioneller Elektrotechnik und neuen Studieninhalten wie Energiewirtschaft oder regenerative Energien ist genau das, was wir zurzeit an Qualifikation brauchen. Nicht umsonst haben die Stadtwerke Bielefeld schon vier Absolventen aus der jungen Studienrichtung eingestellt."
Professor Dr. Bernd Schumacher, Dekan am Fachbereich Elektrotechnik, und Professor Dr. Rolf Schwarze, der Koordinator der Studienrichtung regenerative Energien ist, bestätigen den Eindruck von Arbeitgeberseite. Die beiden neuen Studienrichtungen ziehen Studenten aus der ganzen Bundesrepublik nach Bielefeld, was für eine Fachhochschule mit einer in der Regel regionalen Ausrichtung eher ungewöhnlich ist. Nach Erfahrung der beiden Professoren haben die Absolventen darüber hinaus sehr gute Berufsaussichten. Friedhelm Rieke weiß auch, warum: "Nicht nur die Studieninhalte, die sehr viele Berührungspunkte zu unseren gewandelten Geschäftsfeldern haben, macht die Absolventen der neuen Studienrichtung für uns interessant. Wichtig ist uns auch, dass die Studierenden schon während ihrer Ausbildung in den Praxissemestern, über Diplom- und Studienarbeiten in Betrieben Praxisluft schnuppern und sich mit realen Problemen beschäftigen. Diese Qualifikation entspricht dem Anforderungsprofil der Unternehmen."
Anke Gräfe und Robert Cholodetzky sehen das nach ihren ersten Schritten in das Berufsleben genauso. Gefragt, ob sie aus heutiger Sicht noch einmal die gleiche Ausbildung wählen würden, sind sich beide einig: "Ja, auf alle Fälle. Wir haben dadurch tolle Jobs bekommen." Eine Einschränkung machen sie allerdings: "Aber Pioniere, die als Erste eine neue Studienrichtung absolvieren, müssten wir nicht noch einmal sein. Das war zwar spannend, aber manchmal auch etwas behelfsmäßig."
(Veröffentlichung der Pressemitteilung mit Genehmigung der Stadtwerke Bielelfeld - Unternehmenskommunikation.)