09.12.1999

Deutsch-Chinesisches Projekt zum Urheberrecht

Herausforderung im Zeitalter der Informationsgesellschaft.

Eine rechtsvergleichende Studie zu den Urheberrechtssystemen in Deutschland und Hongkong wird derzeit am Fachbereich Wirtschaft unter der Leitung von Professorin Dr. Brunhilde Steckler durchgeführt. Das in Kooperation mit der Universität Hongkong initiierte Forschungsprojekt befasst sich im wesentlichen mit dem Urheberrechtsschutz multimedialer Präsentationen im Internet. Partner in der heute wieder zu China gehörenden ehemaligen britischen Kronkolonie ist Professor Dr. Peter Feng von der Fakultät für Rechtswissenschaften (Faculty of Law) der Universität Hongkong.
Das Urherberrecht hat im Zusammenhang mit der Entwicklung der Informationstechnologie auch an wirtschaftlicher Bedeutung zugenommen. Die Bereiche Multimedia und Internet sind ohne Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke nicht denkbar, so dass das Urheberrecht in der Informationsgesellschaft immer wichtiger wird - sowohl in Europa und den USA als auch in Asien.

In multimedialen Anwendungen im Internet sind urheberrechtlich geschützte Werke unterschiedlicher Art anzutreffen, zum Beispiel Schriftwerke, Musik- oder Filmwerke. Fast alle Arten urheberrechtlich geschützter Arbeiten eignen sich für eine Verbreitung über das Internet. Soweit die neuen Nutzungsarten im weltweiten Datennetz von vorhandenen Lizenzverträgen nicht erfasst werden, sind Ergänzungen erforderlich, welche die beabsichtigte Nutzung der Werke durch Tele- und Mediendienste im Internet betreffen.

Die rechtlichen Aspekte der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Internet sind eine Herausforderung im Zeitalter der Informationsgesellschaft. Die internationale Rechtsentwicklung wird nicht nur in Europa und den USA kontrovers geführt, sondern auch in Hongkong und anderen Teilen Asiens. Das Forschungsprojekt der Fachhochschule Bielefeld und der Universität Hongkong geht über den Rechtsvergleich zwischen den Urheberrechtssystemen in Deutschland und Hongkong hinaus.

Es integriert auch die Harmonisierung des Urheberrechts in der Europäischen Union, beispielsweise hinsichtlich des Rechtsschutzes von Computerprogrammen, Datenbanken, digitalen Online-Diensten und ähnlichem. Ferner werden Entwicklungen im Multimedia-Recht und im Wettbewerbsrecht einbezogen. Andererseits wird bei der Rechtsentwicklung in Hongkong der Einfluss der Rückgabe an die VR China am 1. Juli 1997 berücksichtigt.

Durch die Globalisierung und den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Hongkong wird die urheberrechtliche Studie für Transaktionen der Multimedia-Wirtschaft zwischen Hongkong und China von Bedeutung sein. Sie schafft Transparenz für lizenzvertragliche Vereinbarungen bei bilateralen und internationalen Kooperationen aller Art.

Als Ergebnis wird nach Projektabschluss ein Bericht veröffentlicht, der Grundzüge des Urheberrechts in Deutschland und Hongkong aufzeigt, die Besonderheiten der multimedialen Anwendungen im Internet berücksichtigt und auch europäische und chinesische Rechtsentwicklungen einbezieht. Im Wintersemester 1998/99 haben die gemeinsamen Forschungsaktivitäten mit gegenseitigen Gastaufenthalten, Beiträgen zu internationalen Konferenzen und Tagungen, Vorträgen, Publikationen und der Vorbereitung der gemeinsamen Abschlussveröffentlichung begonnen. Das vom DAAD geförderte deutsch-chinesische Forschungsprojekt läuft über drei Jahre bis zum Jahr 2000.

Kontakt
FH Bielefeld
Fachbereich Wirtschaft
Professorin Dr. Brunhilde Steckler
Universitätsstraße 25
33615 Bielefeld
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fax (05 21) 106 - 50 86