Bielefeld / Minden (fhb). "Gesundheits- und Krankenpflege" heißt der Bachelor-Studiengang, der ab dem kommenden Wintersemester am Campus Minden der Fachhochschule (FH) Bielefeld gelehrt wird. Dabei arbeitet die Hochschule mit den Mühlenkreiskliniken und deren "Akademie für Gesundheitsberufe" in Minden zusammen. Um ihre Ausbildungspartnerschaft zu besiegeln, unterzeichneten Professorin Dr. Beate Rennen-Allhoff, Präsidentin der FH Bielefeld, und Dr. Matthias Bracht, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, am Montag, 8. August, einen Kooperationsvertrag.
Mit dem so genannten Dualen Bachelor-Studiengang können junge Menschen in acht Semestern gleich zwei Qualifikationen erwerben: nach dreieinhalb Jahren den Berufsabschluss "Gesundheits- und Krankenpflege", ein halbes Jahr später den akademischen Abschluss "Bachelor of Science". Theorie und Praxis werden dabei an drei Lernorten eng miteinander verknüpft: An der Hochschule, in der Berufsfachschule und in den Praxiseinrichtungen lernen die Studierenden beispielsweise pflegerische Abläufe auf der Grundlage von wissenschaftlichen Kenntnissen zu steuern und so pflegebedürftige Menschen optimal zu versorgen.
"Mit dem Studiengang 'Gesundheits- und Krankenpflege' wollen wir auf die gestiegenen Kompetenzanforderungen und den Fachkräftebedarf in den Pflegeberufen reagieren", erläutert Professorin Rennen-Allhoff mit Blick auf die demografischen Veränderungen. Durch diese gebe es in Deutschland immer mehr alte Menschen, die an chronischen Erkrankungen leiden und gepflegt werden müssen.
Die Dynamik in der Gesundheitswirtschaft nimmt auch Dr. Matthias Bracht wahr. So habe sich der Arbeitsalltag in den Krankenhäusern - und damit die Anforderungen an die Mitarbeiter - verändert. "Unsere Ausbildung von heute muss die Anforderungen der Praxis von morgen erfüllen. Mit der Gründung der Ausbildungsakademie der Mühlenkreiskliniken wollten wir die strukturellen Voraussetzungen für eine hochwertige und bedarfsorientierte Ausbildung legen." Die Zusammenarbeit mit der FH Bielefeld sei eine konsequente Fortführung dieser Idee.
Professorin Rennen-Allhoff betont, dass der neue Bachelor-Studiengang nach den bundesgesetzlichen Vorgaben aufgebaut ist, wodurch die Grundlage für die Berufszulassung gesichert ist. "Darüber hinaus erhalten die Studierenden eine akademische Qualifikation, was ihnen viele Karrieremöglichkeiten eröffnet, auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt."
30 Erstsemester werden ab 1. September 2011 das duale Studium "Gesundheits- und Krankenpflege" in Minden aufnehmen. Positiv fällt der für Pflegeberufe hohe Anteil an Männern auf. Er beträgt in dem dualen Bachelor-Studium 30 Prozent. Laut Dr. Bracht läge die Quote in der pflegerischen Berufsausbildung durchschnittlich bei sechs bis acht Prozent. "Für die jungen Leute bietet das Studium eine interessante berufliche Perspektive. Sie können später verantwortungsvolle Positionen übernehmen, in denen sie Entscheidungen treffen, Prozesse steuern und Netzwerke zwischen den einzelnen Berufsgruppen herstellen."
Voraussetzung für ein Studium der "Gesundheits- und Krankenpflege" ist das Abitur, die Fachhochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Vorbildung. Zudem muss ein Ausbildungsvertrag mit den Mühlenkreiskliniken in Minden abgeschlossen werden.
Informationen zum Studiengang unter www.fh-bielefeld.de/campus-minden.