Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz in der Palliativmedizin
FH-Studentinnen präsentierten Abschlussarbeiten beim ersten pflegewissenschaftlichen Hochschultag in Wien.
Bielefeld (fhb). Auf dem ersten österreichischen pflegewissenschaftlichen Hochschultag in Wien am 27. März stellten mit Jasmin Steininger und Katharina Wehrhold zwei Studentinnen des dualen Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege der Fachhochschule (FH) Bielefeld ihre Bachelorarbeiten dem Fachpublikum vor. Der Hochschultag wurde von der Gesellschaft für Pflegewissenschaft im Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband am Campus der FH Wien ausgerichtet. Die Studentinnen wurden von Prof. Dr. Irene Müller und Prof. Dr. Matthias Mertin von der Lehreinheit Pflege und Gesundheit der FH Bielefeld begleitet.
Die beiden Bachelorarbeiten beschäftigten sich mit Herzpatienten in der Palliativpflege und -medizin. Diese ist die Versorgung von Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und bei der nicht die Heilung, sondern die Linderung der Symptome und Schmerzen in den Vordergrund tritt. "Bisher waren fast ausschließlich Tumorerkrankte die Zielgruppe der Palliativmedizin", sagte Müller. Die Arbeiten von Jasmin Steininger und Katharina Wehrhold nahmen nun an einer chronischen Herzinsuffizienz erkrankte Menschen als Patienten der Palliativmedizin in den Blickpunkt ihrer Arbeiten.
Jasmin Steininger ermittelte die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit einer chronischen Herzinsuffizienz hinsichtlich der Palliative Care. Der Begriff Palliative Care umfasst alle medizinischen, pflegerischen und sozialen Bedürfnisse von unheilbar erkrankten Menschen. "Es geht nicht nur um die körperliche, sondern auch um die psychologische und geistige Versorgung dieser Menschen", erklärte Müller. Jasmin Steininger arbeitete heraus, dass Kommunikation die Grundlage zur Befriedigung der meisten Bedürfnisse darstellt, denn wenn diese wahrgenommen werden, könnten daraus Interventionen abgeleitet werden. "Ein Einbezug in die palliative Versorgung der Menschen mit einer Herzinsuffizienz unter Berücksichtigung der Bedürfnisse ist unbedingt notwendig um eine bestmögliche Lebensqualität bei den Betroffenen zu gewährleisten", fand Steininger.
Katharina Wehrhold erhob die Einstellung und Haltungen von Pflegekräften zur palliativen Versorgung der Herzinsuffizienz-Patienten. Wehrhold stellte fest, dass sich viele Pflegekräfte da noch nie Gedanken drüber gemacht haben. Dies sei besonders verwunderlich, da die körperlich-geistige Gebrechlichkeit bei Menschen mit einer chronischen Herzinsuffizienz schneller sinke als bei Tumorpatienten. "Eine Selbstverständlichkeit der Palliativversorgung, wie sie bereits bei Tumorpatienten vorherrscht, fehlt in der Versorgung von herzinsuffizienten Menschen", schlussfolgerte Katharina Wehrhold.
Entstanden sind die Abschlussarbeiten im Rahmen eines gemeinsamen Praxisprojekts mit der Palliativstation des Städtischen Krankenhauses Bielefeld. "Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, dass auch Herzkranke eine palliative Versorgung brauchen", erklärte Prof. Dr. Irene Müller. Nach Ostern werden die Poster auch im Klinikum Bielefeld Mitte an der Teutoburger Straße ausgestellt.