Seit 1964 war Grohé Lehrer an der früheren Werkkunstschule Bielefeld und nach deren Überleitung in die Fachhochschule Bielefeld bis 1980 Professor für Zeichnen und Plastisches Gestalten im Fachbereich Gestaltung.
Hans Grohé vertrat sein Lehrgebiet stets mit einem außergewöhnlichen Engagement. Er war ein temperamentvoller, beliebter Hochschullehrer, der seine Studierenden für ihr Fach begeistern konnte und auch lange nach seiner Emeritierung zahlreiche persönliche Kontakte zu seinen früheren Schülerinnen und Schülern und Kollegen pflegte. Sein künstlerisches Werk stellte er zeitweise fast völlig hinter seine Lehrtätigkeit zurück. Ihm waren menschliche Kontakte und Beziehungen wichtiger. Das Bauernhaus in der Toskana, das er bereits 1969 erwarb, und das er zusammen mit seiner Frau Margarete eigenhändig auf- und ausbaute, bildete dazu eine geradezu ideale Basis. Für viele seiner Bielefelder Freunde aus der Kunst- und Kulturszene wurde es im Laufe der Jahre zu einem Ort der Begegnung und einer Art freier Akademie mit dem Charakter künstlerischer Workshops.
Hans Grohé wurde am 18. August 1913 in Mannheim geboren. Nach Abitur 1933 und einjährigem Noviziat in der Benediktinerabtei Neuburg bei Heidelberg, wurde er für drei Jahre Schüler des Bildhauers Franz Spiegelhalter und Mitarbeiter des Grafikers Alfred Riedel. Er hörte Vorlesungen bei Kurt Bauch und Martin Heidegger. Von 1937 bis 1939 studierte er an der Akademie Karlsruhe als Meisterschüler bei Otto Schließler. Es folgten Krieg und Kriegsgefangenschaft. 1948 bis 1955 arbeitete Hans Grohé freiberuflich als Illustrator, Karikaturist und Grafiker, unter anderem in Bielefeld. Daneben entstanden erste Plastiken, die nach Tätigkeiten als Formentwerfer für die Porzellanindustrie zunehmend zu seinem künstlerischen Thema wurden.