Ihre Philosophie über Gestaltung und Lehre prägten im Wesentlichen der Bauhauskünstler Professor Georg Muche und der Matisse-Schüler Professor Oscar Moll. Die Bauhaus-Prägung brachte die Pädagogin 1950 mit an die Werkkunstschule in Bielefeld und revolutionierte die Lehre der Textilgestaltung: Die "Veilchenstickerei auf Taschentüchern" wurde durch die künstlerische Gestaltung von Textilien in Richtung grafisch-farbiger Flächen- und Strukturaufbau von Textilien abgelöst, Zeichnen und Malen wurde zum Pflichtfach für die Studierenden - das künstlerische Element hielt Einzug in die textile Flächengestaltung. 1976 verließ Thyra Hamann-Hartmann den Fachbereich Gestaltung und setzte in Berlin ihre Arbeit als freie Bildweberin fort.
Für ihr künstlerisches Werk und Wirken erhielt Professorin Thyra Hamann-Hartmann bedeutende Auszeichnungen im In- und Ausland, u.a. den Kulturpreis der Stadt Bielefeld, den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und des Landes Bayern, die Silbermedaille der Triennale in Mailand, die Ehrenurkunde der Weltausstellung in Brüssel.