24.05.2016

Mädchen in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern fördern

Programm „zdi-campus - Mädchen testen MINT“ startet zum Wintersemester 2016/2017 an der FH Bielefeld.

Bielefeld/Minden (fhb). Zur Studien- und Berufsorientierung für junge Frauen bietet die Fachhochschule (FH) Bielefeld ab dem Wintersemester 2016/2017 den zdi-Campus an. Zukunft durch Innovation.NRW (kurz: zdi) ist eine Gemeinschaftsoffensive zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen. Während des sechsmonatigen Programms erleben die (Fach-) Abiturientinnen die Arbeitswelt einer Ingenieurin und lernen gleichzeitig die Anforderungen eines MINT-Studiums an der Fachhochschule kennen. Als MINT-Fächer werden die Studiengänge der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bezeichnet. Die jungen Frauen nehmen an Vorlesungen und Laborveranstaltungen teil und können sich mit Studierenden austauschen. Seitens der FH Bielefeld beteiligen sich der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik mit all seinen Studiengängen sowie der Campus Minden mit der Elektrotechnik, dem Maschinenbau und dem Wirtschaftsingenieurwesen an dem Programm.

„Nach dem Schulabschluss ergreifen deutlich mehr Jungen als Mädchen ein MINT-Studium“, sagt Prof. Dr. Ulrike Settnik, Gleichstellungsbeauftragte der FH Bielefeld, die das Programm finanziell unterstützt. Diese Ungleichverteilung liege oft daran, dass Mädchen nur unklare Vorstellungen von einem MINT-Studium haben und auch nicht wissen, wie das spätere Berufsfeld einer Naturwissenschaftlerin bzw. Ingenieurin aussehe, so Settnik.

„Ich fand das Maschinenbaustudium interessant, hatte aber keinen Kontakt dazu“, erklärt Pia Meyer. Sie hat das Programm bereits vor einem Jahr an der Hochschule Osnabrück absolviert und studiert mittlerweile Wirtschaftsingenieurwesen an der FH Bielefeld. „Ich habe in einem Maschinenbauunternehmen die komplette Fertigung von der Entwicklung bis zur Werkstatt durchlaufen. Das war spannend“, berichtet Meyer.  Während ihres Abschlussprojekts, einer Prozessoptimierung, habe sie dann gemerkt, dass sie nicht nur der Maschinenbau interessiert: „Ich fand es besonders schön, mit allen Schnittstellen des Unternehmens zusammenzuarbeiten. Deshalb studiere ich jetzt Wirtschaftsingenieurwesen, weil dort die Technik auf die Betriebswirtschaft trifft“, so Meyer.

Neben den Vorlesungen an der FH Bielefeld werden auch die Teilnehmerinnen des Bielefelder „zdi - Mädchen testen MINT“ drei bis vier Tage die Woche als Praktikantinnen in ostwestfälischen Unternehmen arbeiten. Während des Programms erarbeiten sie selbständig ein Projekt, dessen Ergebnisse sie auf einer Abschlussveranstaltung vorstellen. "Es ist toll, dass in diesem Orientierungsangebot der besonderen Art die jungen Frauen parallel alltagsnahe Erfahrungen und theoretische Einblicke in den Hochschulalltag erlangen können“, findet Prof. Dr. Oliver Wetter, Dekan des Campus Minden. Die Höhe der Entlohnung des Pflichtpraktikums legt das jeweilige Unternehmen fest. Als mögliche Unternehmen stehen in Minden die Erwin Quarder Gruppe, sowie in Bielefeld BISONtec, Siemens AG und PerFact Innovation GmbH & Co. KG bereit. Jedoch kommt nicht jedes Unternehmen für jede Teilnehmerin in Frage: „Das richtet sich ganz nach dem ausgewählten Studiengang. Wir suchen für jede Teilnehmerin einen individuellen Kooperationspartner“, erklärt Prof. Dr. Lothar Budde, Dekan des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik.

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